Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 8 (1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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hat". Zum Schluß folgen die judenfeindlichen Drohungen des Kreuzheeres . Die Übereinstimmung zwischen dieser jüdischen und der oben zitierten katholischen Quelle90 über den Glauben der Taboriten an einen Gott ist außerordentlich interessant. Die Juden haben daraus gefolgert, daß die Taboriten Juden, und die Taboriten, daß die Juden Taboriten geworden sind! Wir müssen uns aber davor hüten, aus dem letzten hussitenfreundlichen jüdischen Bericht allgemeine Schlußfolgerungen für das Verhältnis der Juden zu den Hussiten ziehen. Jüdische Quellen, aus denen sich etwas über das tatsächliche Verhältnis der Hussiten zu den Juden entnehmen ließe, fehlen leider ganz. Aber es scheint doch, daß die Sympathien der Juden eher auf Seiten der Hussiten als auf der der Katholiken gewesen sind. Die besprochenen christlichen Quellen lassen andererseits keine eindeutig judenfreundliche Einstellung der Hussiten erkennen, trotzdem sich — wie diese Arbeit bemüht war zu zeigen — die hussitische Einstellung gegenüber den Juden wesentlich von der unbedingt judenfeindlichen Haltung des Mittelalters unterscheidet. Es ist bemerkenswert, daß die für die Einstellung der Hussiten zu den Juden so wichtige Endzeitvorstellung auch bei den Juden am Ausgang des Mittelalters als uralter messianischer Glaube lebendig ist. Der berühmte Rabbi Abigdor Kara, dessen Grabstein der älteste auf dem Prager Judenfriedhof ist, bittet Gott in einem Klagelied um den baldigen Anbruch des messianischen Reiches: „Lasse sie nahe sein, die frohen Tage, die einst Isaia verkündigt hat, eile mit der Hilfe und führe der Unschuld Erlösung herbei!4*1 20 20