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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 14

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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IRI
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Symon zieht zum Beweis mit Vorliebe jüdische Autoren heran. So beruft er sich häufig auf die „Altertümer" von Flavius Josephus und anläßlich eines besonders wichtigen Beweisstückes auch auf „Rabbi Samuel" — einen getauften Juden,44», um die Juden von der Richtigkeit seiner eigenen Berechnungen zu überzeugen. Daniel (9, 24) prophezeit, daß nach Ablauf von 62 Wochen der Messias erscheinen wird. Symon legt nun mit Hilfe der allegorischen, d. h. völlig willkürlichen Bibelauslegung, nach der ein Tag in der Bibel je nachdem einen Tag, ein Jahr oder auch eine Woche bedeuten kann, dar, daß zwischen dem Auftreten von Daniel und dem von Christus gerade 62 Wochen verstrichen sind. Also war Christus der Messias. Da die Juden ihn nicht anerkannt haben, sind sie in Trübsal gefallen, die bis zum Ende der Welt dauern wird .45 „Nahe ist aber das Ende der Welt, wo die Falschheit des Antichrist offenbar wird und die Juden durch Elias und Henoch sich zum Christentum bekehren werden, und viele von ihnen werden standhaft das Martyrium ertragen, wie unsere Doktoren übereinstimmend erklären."46 Einer dieser Doktoren ist sicher Hus, wie seine oben angeführte47 Äußerung beweist. Damit sind die rein theoretischen, meist in endzeitlichem Zusammenhang gemachten Bemerkungen der Hussiten zur Judenfrage, soweit sie mir bekannt geworden sind, erschöpft. Ein Vergleich aller Äußerungen vor und aller nach Matthias von Janow bis zu den Taboriten zeigt eine Veränderung der Grundhaltung in einem für die Juden günstigen Sinne. Es drängt sich nun die Frage auf, ob dieser Veränderung im geistigen auch eine Veränderung im tatsächlichen Verhalten gegenüber den Juden entspricht. Um diese außerordentlich wichtige Frage wenigstens teilweise beantworten zu können, muß noch eine bisher nicht berücksichtigte Gruppe von Quellen herangezogen werden. Es sind dies die Quellen zur Wirtschaftsgeschichte, deren es leider nicht sehr viele gibt. Wir besitzen eine kleine Schrift, die diese Fragen im Zusammenhang behandelt, nämlich die kleine Abhandlung von Jacobellus von Mies „über den Wucher der Juden und Christen", ein Anhang zu seiner Schrift „über den Wucher".48 Jacobellus entwickelt die Geschichte des jüdischen Volkes von der biblischen Zeit bis zur Gegenwart. Er unterbricht seinen Gedankengang häufig durch unflätige Schmähungen gegen die Juden, die hier aber, sofern die Wiedergabe ein richtiges Bild geben soll, nicht fehlen dürfen. Jacobeil führt aus: Die Erlaubnis, die das Alte Testament (Deut. 23, 19.) den Juden gegeben hat, Angehörigen fremder Völker Geld mit Gewinn auszuleihen , ist mit der Ankunft Christi ganz und gar erloschen; denn Christus hat das Zinsnehmen ausdrücklich verboten (Luk. 4, 35). Zur Zeit Christi haben sich viele Juden und Heiden zum christlichen Glauben bekehrt y es sind aber auch viele Juden und Heiden zurückgeblieben, und diese 11 11

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