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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1935-01-01 · 7 (1935) · page 441

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
7 (1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 441)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644313--3329-2647676
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Außerdem befinden sich in der Sammlung noch fünf Ehedokumente aus dem Anfange des 19. Jahrhunderts. Als tatsächlichen Gewinn für die Biographie Oppenheims möchte ich buchen, daß daraus hervorgeht, daß Oppenheim nicht nur den Ehrentitel eines „Nassi Erez Israel" eines Fürsten von Erez Israel führte, wie ihn vorher auch schon der Wiener Oberhoffaktor Samson Wertheimer geführt, sondern, daß er ganz regulär zum Rabbiner von Jerusalem gewählt und dann 1707 als solcher wiedergewählt wurde, wenn es auch nur ein Ehrenrabbinat war, gewissermaßen ein Rabbinat in partibus.2 Weiters scheint mir bedeutend und aufschlußreich für die Wertschätzung Oppenheims, daß ihm die mährischen Gemeinden freistellten einen anderen Ort als Nikolsburg, ja sogar Wien zu seinem Sitze als mährischer Landesrabbiner zu wählen.8 Im Folgenden gebe ich eine kurze Beschreibung der sieben Urkunden und den wenigen sachlichen Inhalt; die letzte Urkunde ermöglicht eine Wiedergabe die auch darum lohnt, weil sie typisch ist für die Anstellungsverhältnisse der Rabbiner im 17. und 18. Jahrhundert, während alle anderen, auf David Oppenheim sich beziehenden, mehr Prunkstücke sind, eine Art Ergebenheitsadresse und Bezug nehmen auf Rabbinatsbriefe sachlichen Inhalts, die schon in Händen Oppenheims sind.4 Das Äußere der Urkunden soll veranschaulicht werden durch zwei Abbildungen; den Inhalt und die schwungvolle Sprache vermittelt der im Anhange beigefügte Text und Übersetzung der abgebildeten Urkunden. Welche Schwierigkeiten diese Übersetzung bietet, ersieht man aus der treffenden Charakteristik des Musivstils durch D. Kaufmann;5 ich danke diese Übersetzung der Freundlichkeit Herrn Dr. Otto Muneles. Die Wiedergabe der Unterschriften beschränkt sich auf die Namen, während die Titulaturen nur im allgemeinen sinngemäß übersetzt wurden, so daß ich trotz der vielen Nuancen in den Titeln mit den Worten vornehm, gelehrt, fromm auszukommen suchte. Desgleichen habe ich die Eulogien, die an die Namen anschließen, nur mit den Worten „seligen Andenkens" und, „er lebe'6 je nachdem es sich um Verstorbene oder Lebende handelt wiedergegeben.6 Ein wichtiger Unterscheidungspunkt wären die Würden und Titel innerhalb der jüdischen Gemeinde, die die einzelnen Unterschriebenen inne hatten; denn dadurch, daß ich die Unterschriften ausnahmslos in der Reihenfolge der einzelnen Kolumnen der Unterschriften wiedergebe, ist die Ordnung nach dem Range gestört, weil zum Beispiel an der Spitze einer Kolumne die führenden Vorsteher, an der Spitze einer anderen die führenden Rabbiner stehen. In einem Falle tragen die Unterschriften sogar gruppenweise Überschriften wie, „die gelehrten Dajanim", „die gelehrten Gabaim dematha", aber da die Unterschriften immer wieder ineinandergreifen, 438

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