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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1935-01-01 · 7 (1935) · page 426

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
7 (1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 426)
Language
German
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IRI
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der Primator Berl Jeiteles und zwei Älteste: Elias Marie und Salomon Porges, am 18. März wieder fünf Gemeindeälteste: Isak Duschenes, Markus Cantor, Alexander Klaber, Isak Karpeles und Löbl Brandeis auf dem Hradschin ins Gefängnis gesetzt. Alle wurden wieder am 19. April 1663 freigelassen. Während der Abwesenheit des Primators trafen 14 Juden,12 die hauptsächlich der Bunzlischen Faktion angehörten, ein schriftliches Übereinkommen mit folgenden Bestimmungen: Sie wollen der kais. Hofkammer in Wien für die Bestätigung der Privilegien durch Kaiser Leopold L, wie vor drei Jahren,13 wieder 12.000 fl. anbieten. Der Kaiser solle den Statthaltern in Prag anbefehlen, die Judenältesten vor Verfolgungen und Bedrängnissen zu schützen und ihnen gegen diejenigen an die Hand gehen, die sie eines verbotenen Handels insimulieren (grundlos beschuldigen). Zur Neuwahl des Gemeindevorstandes solle keiner der Lichtenstätter oder Marlischen Faktion zugelassen werden. Sie sollten die Inspektion über die Gemeinde-Gefälle und die Schlüssel zu den Kassen haben, damit nichts veruntreut werde. Auch sollten die von ihnen vorgeschlagenen Kassiere bestellt werden. Als Sollizitator in dieser Angelegenheit wurde damals Simon Wineberg, der nachmalige Wenzel Winbersky, bestimmt. Dieser erhielt am 27. Juni 1663 eine vom Königl. Notar beglaubigte Vollmacht, um in Wien „zum besten der armen jüdischen Gemeinde zu sollizitieren". Daß diese Intervention bei den Wiener Hofämtern von keinem Erfolge begleitet war, kann uns bei der Beschaffenheit dieses jüdischen Fürsprechers nicht weiter wundern. Im März 1664 fand die Neuwahl des jüdischen Rates in Gegenwart des Präsidenten und von zwei Räten der böhm. Kammer statt. Abermals wurde Berl Jeiteles zum Primator, ebenso wurden zumeist die früheren Ältesten wiedergewählt. Der ehrgeizige Simon Wineberg erstrebte ein Amt, ging jedoch leer aus. Er fühlte sich zurückgestoßen, nahm daher die Taufe an und schwor seinen ehemaligen Glaubensgenossen Rache. Bald darauf hatte sich der Primator in dem jüdischen Rentmeister Israel Markus Altschul einen neuen Feind verschafft. Bei der obligaten Kontrolle fand er vielfache Unstimmigkeiten in Altschuls Rechnungen, die er pflichtgemäß der böhm. Kammer anzeigte. Diese verurteilte Altschul zur Bezahlung eines großen Betrages und enthob ihn seines Amtes. Berl Jeiteles war auf dem geheim abgeschlossenen Kontrakt der 14 Juden nicht unterschrieben, hatte auch den ehemaligen Wineberg nicht als Fürsprecher nach Wien geschickt, man hätte ihn daher der Beeinflussung und Bestechung der Behörden nicht bezichtigen können. Um aber ihm und dem Oberrabbiner eine führende Rolle in der ganzen Angelegenheit zuschreiben zu können, verfaßten Israel Markus Altschul und Wenzel Winbersky ein hebräisches Schriftstück und fälschten darauf 423

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