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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1935-01-01 · 7 (1935) · page 418

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
7 (1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 418)
Language
German
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IRI
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Prophetie und ihre Grade, sowie den Grad der Prophetie des Gesetzgebers Mose und seine Sonderstellung über allen Propheten, ferner sind es noch viele ähnliche erhabene Glaubenssachen, die dieser „göttliche fromme Mann" erörtert. „Wenn du, Dummkopf, also behauptest, daß es kein Kapitel in diesem Buche gebe, das nicht ketzerisch wäre, so zeigst du damit, daß du selbst nicht den rechten Glauben hast." 2. Die hauptsächlichen speziellen Einwände des Angreifers betreffen : a) Die Auslegung einiger Wunder der Bibel durch Maimonides, die er als subjektive Escheinungen erklärt. So sagt er z. B. von den drei Engeln, die den Erzvater Abraham in Mamre aufgesucht haben,13 um ihm die Geburt Isaaks zu verkünden, sie hätten nicht leibhaftig existiert, sondern seien nur eine prophetische Vision Abrahams gewesen, ebenso sei die sprechende Eselin Bileams14 nur ein Vorstellungsbild des heidnischen Propheten gewesen, u. dgl. b) Die Freiheit, die sich Maimonides nimmt, um manche Erzählungen des Talmud ihres schlichten Sinnes zu berauben und diese in allegorischer Weise zu deuten. Dazu meint der Verteidiger Maimonides: diese Erklärungen seien durchaus keine Ketzerei, da es viele Ausdrücke in der Bibel gibt, die nur bildlich genommen werden können, insbesondere manche auf Gott• bezüglichen Bezeichnungen, die die Körperlichkeit Gottes bezeugen würden, wenn sie nach ihrem einfachen Sinne genommen würden (z. B. der Arm Gottes, der Mund und die Nüstern Gottes etc.). Dabei macht der Verfasser allerdings den Vorbehalt, daß solche Auslegungen von Bibelstellen, wie die oben angeführten, nur solchen Männern zu machen erlaubt ist, die sich wie Maimonides durch vollkommene Weisheit, ungewöhnlichen Tiefsinn und wahre Gottesfurcht auszeichnen; ein anderer darf es nicht tun und den von Maimonides bezeichneten Stellen keine weiteren hinzufügen, die nicht nach ihrem einfachen Sinne gedeutet werden sollen. Was die Erzählungen im Talmud betrifft, so sind ebenfalls manche von ihnen da, die unmöglich wörtlich genommen werden können. Es wäre geradezu Gottesleugnung, wenn man das täte. Denn wenn es an einer Stelle im Talmud heißt, daß Gott Tephillin (Gebetriemen) anlege15, kann das etwa nach dem einfachen Sinne des Gesagten genommen werden? Das würde ja zur Anthropomorphisierung Gottes führen, da alles, was mit einem Körper in Berührung kommt, selber Körper sein muß. Besonders heftig wendet sich unser Autor gegen die von R. Josef aus irgendeiner Quelle geschöpfte und verbreitete Behauptung, daß Maimonides in seinen letzten Jahren tiefe Reue darüber empfunden habe, daß er „diese Werke" (d. h. die philosophischen) verfaßt hat. Das sei möglich, ironisiert darüber der Autor, aber nicht aus dem Grunde, daß er, wie der Gegner behauptet, zu der Überzeugung gekommen sei, daß diese Werke ketzerische Ideen enthielten, sondern weil es schon 415

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