Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 7 (1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 417)
- Language
- German
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Jeschiba ausgetragen wurde. Da heißt es in einer Replik an R. Josef: „...bereits hatte ich dich in Prag eindringlich verwarnt, daß du dieses Treiben einstellen sollst und (als das nicht fruchtete) habe ich dich vor das Gericht vorgefordert (hier fehlen Worte)... vor sämtliche ,Jeschiba-Leute\ und diese12 haben dir mit aller Strenge befohlen, das (die Agitation gegen Maimonides) zu unterlassen, und du hattest dich auch dem Urteil gefügt, hast aber dein Versprechen nicht gehalten, sondern dem zuwidergehandelt. Und sobald du hierher nach Posen gekommen warst, hast du deine Schmähungen und Lästerungen mit noch größerem Eifer fortgesetzt, hast die Engel Gottes beleidigt und über seine Weisen ungereimtes Zeug verbreitet... über Maimonides, Nachmanides..." Hier zählt der Verfasser fünfzehn jüdische Philosophen auf, darunter auch solche konservative wie Saadja und Isaak Abrabanel, die ebenfalls von Josef angegriffen wurden. Ob der Posener Gelehrte zur Zeit dieses Streites in Prag wohnte oder wegen dieser Sache eigens aus Posen nach Prag gekommen ist, wissen wir nicht. Wir wissen auch nicht, was der beklagte Angreifer und was der Verteidiger Maimonides zur Begründung ihres Standpunktes vor dem Jeschiba-Gericht vorgebracht haben. Da aber die Angriffe R. Josefs sich mit denjenigen decken dürften, die er später in Posen zu machen pflegte, ebenfalls die Erwiderungen des Verteidigers in seiner Streitschrift wenigstens dem Sinne nach mit den vor dem Jeschiba-Gericht in Prag vorgetragenen Repliken höchstwahrscheinlich übereinstimmen, so können wir einen Begriff von dem Sachverhalt des Streites in Prag bekommen, wenn wir das Hauptsächlichste davon nehmen, was in der Schrift als Erwiderung auf die Angriffe R. Josefs niedergelegt ist. Um seinen Gegner vernichtend zu schlagen, behauptet der Autor der Flugschrift zunächst, daß es überhaupt eine große Vermessenheit von ihm sei, an Maimonides Kritik zu üben, da er seine philosophischen Schriften gar nicht verstehe. Um das zu demonstrieren, stellt er an ihn Fragen bezüglich einiger „leichter" Stellen im „More" und sagt, daß der „Kritiker" so wenig Verständnis besitze, daß er nicht mal diese Stellen erklären könne, geschweige denn die „tiefen Weisheiten", die im „More" verborgen seien. Die sachliche Erwiderung bezieht sich hauptsächlich auf eine allgemeine Beschuldigung und zwei spezielle Einwände gegen Maimonides, die vom Angreifer vorgebracht wurden. 1. Die allgemeine Beschuldigung geht dahin, daß es „kein einziges Kapitel im ,More Nebuchim6 gebe, das frei wäre von ketzerischen Gedanken". Darauf repliziert der Autor, daß viele Kapitel in diesem Buche Beweise für die Existenz Gottes und seine Einzigkeit anführen, sowie dafür, daß Er frei von jeder Materie und Körperlichkeit ist, andere Kapitel erläutern die Zeitlichkeit der Welt, wofür ebenfalls feste Beweise erbracht werden, wiederum andere Kapitel erklären die Wahrheit der 14