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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1935-01-01 · 7 (1935) · page 393

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
7 (1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 393)
Language
German
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IRI
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Proskau, der Pater Präfektus Nennichen und die Frau des Henkers, die ihn auch später verband. Erst nach der Nottaufe wurde Manasse- Vitus in die neue Lehre eingeführt.31 Wider alles Erwarten überstand Manasse, der eine widerstandsfähige Natur besessen haben muß, die Exekution und floh unter Zurücklassung seines Vermögens nach Polen, wo er den aufgezwungenen Glauben wieder von sich warf, und von wo aus er sich wieder in den Besitz seiner Güter zu setzen suchte. Dem Beispiel der polnischen Juden folgend, die sich in Breslau zu Recht oder zu Unrecht mißhandelt glaubten, begab sich nun auch Manasse von Hotzenplotz in den Schutz eines polnischen Adeligen. Es war dies Adam Sandivog, Generalis majoris Poloniae (General von Groß-Polen), bei dem auch der Breslauer Rat zuweilen für Breslauer Bürger intervenierte.82 Manasses Hauptbestreben mußte es jetzt sein, sein in Breslau und im übrigen Schlesien zurückgelassenes Vermögen wieder zu erhalten. Sein Besitz war nicht unbeträchtlich. Allein in Breslau befand sich ein größerer Teil. Er bestand teils in Schuldforderungen (an Christen, wie an Balthasar Zwirner und an Juden), teils in barem Geld (wie er es z. B. für das abgelieferte Silber erhalten hatte), teils in Wertgegenständen (Silber, Gold, Bücher), teils in Geschäftsutensilien (Pferden etc.).33 Zwecks Rettung dieses Vermögens hatte er wahrscheinlich seinen Sohn, Manasse den Jüngeren, nach Breslau geschickt. Aber es gelang auch diesem nicht, die Einziehung und Hinüberschaffung des Vermögens zu bewerkstelligen. Infolge eines Streites mit einem gewissen Johann Arnolt, einem Breslauer Bürger und Berater (Consiliaris) des Fürstentums Teschen, dessen Ursachen nicht weiter bekannt sind, wurde er sogar verhaftet und im bischöflichen Gefängnis gefangen gehalten. Erst die Intervention des Generals von Groß-Polen Adam Sandivog84 führte die Befreiung des Sohnes aus dem Gefängnis in Breslau herbei. Er mußte aber die Stadt unter Zurücklassung seines und seines Vaters Vermögen verlassen .8Ö Daraufhin begab sich auch Manasse der Jüngere mit Familie und Vermögen in den Schutz des Adam Sandivog, den er für seine Angelegenheiten zu interessieren verstand. Dieser richtete deshalb sofort an den Breslauer Rat das Ersuchen, das Vermögen seines Untertanen Manasse des Jüngeren sicherstellen und ihm ausfolgen zu lassen.36 Die Sicherstellung des Vermögens wird wohl der Breslauer Magistrat vorgenommen haben, gegen die Auslieferung des Vermögens an seinen Besitzer scheint aber der kaiserl. Fiskal Jer. Reinwald — der auch sonst gegen die Glogauer Juden, die Münzlieferanten des Balthasar Zwirner, scharf vorging87 — Einspruch erhoben zu haben.88 392

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