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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1935-01-01 · 7 (1935) · page 390

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
7 (1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 390)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644313--3278-2647625
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Allgemein war der innere Gehalt der in Schlesien geprägten 24iger so schlecht, daß man im Juli des Jahres 1622 auf einem scheinbar zu diesem Zweck besonders einberufenen Tage der münzberechtigten Stände beschloß, die Prägung der 24iger am 15. Juli des Jahres 1622 einzustellen .15 Besonders geringwertig scheinen aber die in Skotschau geprägten 24iger gewesen zu sein, die Manasse von Hotzenplotz an Zahlungs Statt empfangen hatte. Als Manasse wieder einmal in geschäftlichen Angelegenheiten nach Breslau kam und dabei dort seine Skotschauer 24iger ausgab, wurde er verhaftet. Man beschuldigte ihn nämlich, diese geringwertigen 24iger selbst oder in Gemeinschaft mit den dortigen Kippern hergestellt zu haben. Man bestrafte ihn dafür und entließ ihn nur gegen eine Kaution aus der Haft. Sofort nach der Haftentlassung beschwerte sich Manasse bei den Teschener Regierungsräten. Diese protestierten daraufhin beim Erzherzog Karl und verlangten die Anerkennung ihrer in Skotschau geprägten 24iger, da diese denen der anderen Münzstände an Schrot und Korn gleich wären. Manasse, der von dieser für ihn erfolgten Interzession erfahren hatte, beschwerte sich nun auch selbst beim Erzherzog Karl, dessen Münzen in Breslau und Neisse er belieferte, über die ihm in Breslau widerfahrenen Unbilden. Selbstverständlich schritt Erzherzog Karl, da er die Versorgung der ihm unterstehenden Münzen Breslau und Neisse hierdurch gefährdet sah, sofort für seinen jüdischen Münzlieferanten ein, allerdings ohne sich um die Beschwerde der Teschener Regierungsräte betreffs der nicht anerkannten Gleichwertigkeit der Skotschauer 24iger zu bekümmern; am 27. Juli 1622 bat er den Breslauer Rat, dem Juden Manasse die Kaution zurückzuerstatten und ihn nicht weiter zu belästigen. So lief die Münzlieferung für Skotschau verhältnismäßig glimpflich für Manasse ab.16 Viel unangenehmer sollten ihm seine Beziehungen zur Neisser Münze werden. Auch diese Münze zählte ihn zu ihrem Lieferanten. Sie war 1621 vom Erzherzog Bischof Karl verpachtet worden. Ihre Pächter gerieten mit der Gesellschaft, die — aus christlichen Fürsten, Adeligen, sowie Prager jüdischen und christlichen Finanziers bestehend — 1622 das ganze kaiserliche Münzwesen in Österreich, Böhmen und Mähren gepachtet hatte,17 in Konflikte. Die Prager Gesellschaft, vertreten durch den Prager Juden Jacob Bassevi Schmieles von Treuenberg, den ersten geadelten österreichischen Juden,18 einigte sich aber mit den Pächtern der Neisser Münze dahin, daß die Gesellschaft für die Dauer ihres Vertrages mit dem Kaiser auch die Münze zu Neisse übernahm, deren Pächtern sie ein Drittel des dort erzielten Gewinnes konzedierte. Bischof Karl genehmigte diesen Einigungsvertrag am 18. August 1622.19 389

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