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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1935-01-01 · 7 (1935) · page 336

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
7 (1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 336)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644313--3224-2647571
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r am bezeichnendsten die Äußerung der Judengemeinde zu Wolin dd. 5 1. Mai 1850 an die Bezirkshauptmannschaft zu Winterberg.8 Es heißt darin: die Kreisrabbiner kümmerten sich nur um Kleinlichkeiten, ob z. B. das Ritualbad die durch den Talmud vorgeschriebene Länge und Tiefe habe, nicht aber um dessen hygienische Beschaffenheit, die Ehrentitel erteilten sie nicht etwa jenen, die solche um ihrer Frömmigkeit willen verdient hätten, sondern solchen, die sich ihnen dafür materiell dankbar erweisen konnten; für die UnVollkommenheit des Religionsunterrichtes hatten sie höchstens ein Achselzucken; sie studieren lieber Hufelands Makrobiotik, um ihre Sinekuren länger genießen zu können; * das sitzende Talmudstudium verursacht Hämorrhoiden, der laute Religionsunterricht schädigt die Lungen und Stimmbänder — und die armen Familienväter müssen sich auf dieses Dolce-far-niente der Kreisf rabbiner schinden! Unter den Funktionären der Judengemeinde war neben dem Rabbiner am wichtigsten der Religionslehrer (Religionsweiser), der in kleineren Gemeinden die Funktion eines Rabbiners vertrat und den Kindern Religionsunterricht erteilte. In ganz kleinen Gemeinden war diese Funktion sehr häufig mit der Tätigkeit eines Kantors (Vorbeter, Vork singer), des Thoravorlesers, des Ritualschlächters (Schochet, Schächter, Koscherer), des Beschneiders und mancherorts auch eines Synagogendieners verbunden. In größeren Gemeinden gab es auch einen Gemeindediener, einen Nachtwächter, einen Organisten, einen Bassisten, einen Balgentreter (Kalkanten) und andere Gemeindeangestellte, die sämtlich V aus dem oberwähnten Ertrag der Gemeindeeinkünfte besoldet wurden. Eigentliche jüdische Trivialschulen, in denen die Kinder neben den landläufigen Schulkenntnissen auch Unterricht in den Grundbegriffen der Religion erhalten hätten, gab es damals in Böhmen nur sehr wenige. Außer der jüdischen Hauptschule in Prag gab es jüdisch-deutsche | Trivialschulen nur in den größeren Judengemeinden: Hofitz, Goltsch- Jenikau, Kolin, Münchengrätz, Humpoletz, Neubidschow, Lieben, Eidlitz, Jungbunzlau, Kuttenplan, Lichtenstadt, Teplitz, Königswart, Habern, Radnitz und Schüttüber. Eines besonders guten Rufes erfreute * sich damals die bekannte jüdische Schule in Schwarz-Kosteletz, die auch von Judenkindern aus anderen österreichischen Ländern besucht wurde.4 Sonst besuchten mancherorts die Judenkinder die christlichen Trivialschulen, wo sie jedoch mitunter Beleidigungen und Demütigungen erdulden mußten, so daß sie dem Schulbesuche möglichst auswichen. * Aber auch so mußte man ihnen besonderen Unterricht in den Grundsätzen der mosaischen Religion bieten. Die größeren Judengemeinden sorgten daher für die Errichtung privater Religionsschulen, an denen Religionslehrer unterrichteten (more zedek), diese waren von der Gemeinde 334 »

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