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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1935-01-01 · 7 (1935) · page 243

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
7 (1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 243)
Language
German
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IRI
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520.619 fl. 18 kr. zu fordern hätten. Der größte Teil dieser Summe sei verloren .82 Berechnungen des Durchschnittes führen ihn — eine zehnprozentige Verzinsung vorausgesetzt — auf ein Familieneinkommen von 127 fl. 45 kr. und die Familie zu vier Personen genommen — auf 31 fl. 52 kr, für den einzelnen. Die Mängel dieser Berechnung liegen auf der Hand, weil alles so angesehen ist, als ob das ganze Kapital einfach als Leihkapital verwendet würde. Die Nutzbarmachung durch Arbeit (Fabriken, Handel, Gewerbe) ist ganz vernachlässigt. Stichhältiger erscheint seine Beweisführung von Seite der Steuerbelastung. Die gleichen —allerdings, wie mir scheint, etwas zu niedrig angesetzten — Bevölkerungszahlen vorausgesetzt, ergibt sich für jede Judenfamilie eine Belastung von 25 fl., für jeden einzelnen eine solche von 6 fl. 15 kr. Die ganze Volksmenge von Böhmen — 2,832.000 —in gleicher Weise belegt, hätte 17,600.000 fl. zu zahlen. Tatsächlich aber trage Böhmen an direkten und indirekten Auflagen einschließlich der Post und der Weggefälle sowie der Domänen nur etwas über zwölf Millionen. Ist auch diese Berechnung immer noch etwas willkürlich, so ist sie doch beweiskräftiger als die vorhergehende. Ebenso wirkt der Vergleich mit der Besteuerung der galizischen Juden, die — 35.000 Familien stark —gleich hoch wie die böhmischen Juden besteuert, ungefähr eine Million Gulden zahlen müßten, tatsächlich aber nur 300.000 fl. zahlten. Die Richtigstellung durch einen stichhältigen Vergleich der wirtschaftlichen Lage der böhmischen und der galizischen Judenschaft ist freilich recht schwer, wenn man auch berechtigt sein dürfte, jene für steuerkräftiger zu halten. — Nach Zinzendorfs Meinung würden die meisten böhmischen Juden nicht einmal in die erste, die niedrigste Klasse des Grafen Saurau gehören. Klassifikation und Verzehrungssteuer bewirken den Ruin der armen und die Schonung der reichen Juden. Besser, als eine Kommission durch das Land zu senden, sei es, —und hier nähert er sich den Gedanken Poppers — sich in jedem Kreise von Dominio zu Dominio mit den daselbst wohnhaften Juden über Pauschquanta zu verständigen, deren billige Reparation dann nach dem bekannten Wohlstande der Familien von den Beamten vorgenommen werden könnte. Die Steuersumme — 200.000 fl. nach Rottenhan, 144.000 fl. nach dem Wunsche der Juden —solle zunächst in zwei ungleiche Teile, Landjuden und Prager geschieden und dann auf die oben angegebene Weise repartiert werden. Auch Reischach glaubt, daß die Steuern der böhmischen Judenschaft zu hoch bemessen seien. Da er aber einen Teil der Schuld an den Übelständen der ungleichmäßigen Verteilung zuschreibt, tritt er dem Vor- 240

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