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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1935-01-01 · 7 (1935) · page 236

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
7 (1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 236)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644313--3124-2647471
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Nachdem er das bisherige Steuersystem in Böhmen besprochen, wendet er sich der Gesamtleistung der Judenschaft in den „österreichischen Staaten" und stellt deren Einzelbeiträge fest. Bisher zahlten: Er schlägt nun vor: 1. eine Familiensteuer von 5 fl. jährlich; 2. Fleischkreuzer — zwei Kreuzer pr. Pfund; 3. einen Flügelviehaufschlag nach dem mährischen Patent, das niedrigere Sätze enthält als das böhmische, und endlich einen Weinaufschlag. Bei dem Ansätze dieser Verzehrungssteuern, die den Hauptteil des Erträgnisses — 5/8 liefern sollen, bemüht er sich, die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Lebensgewohnheiten der einzelnen Bevölkerungsteile zu berücksichtigen. So rechnet er bei der Flügelviehsteuer in Ungarn 4000 Familien wegen ihrer Armut gänzlich ab und teilt die übrigen in drei Gruppen mit wöchentlich 1, 2 und 4 kr. Steuerbeitrag. Ähnlich in Galizien, wo 16.500 Familien, in Böhmen, wo deren 4600, in Mähren, wo 1800 „abgeschlagen" werden. Den Weinaufschlag setzt er mit 2 kr. pr. Maß, in Ungarn jedoch, wo der Wein statt des Bieres zu allgemeinem Trünke gebraucht wird, mit 1 kr. an. So ergibt sich für Böhmen ein Steuerbetrag von 131.000 fl. gegenüber 216.000 fl., die es gegenwärtig zahlen muß, also eine Ermäßigung von 84.934 fl., während doch der Gesamtbetrag der Steuer in den Erblanden von 600.000 fl. auf 822.200 fl. gesteigert wird.60 Die von Riegger angesetzten Erträgnisse sind trotz all seiner Vorsicht doch ziemlich willkürliche Vermutungen. Seine Meinung, daß die Staatsregie kostenlos sei, ist irrig. Der Hauptübelstand, die Schwierigkeiten der Einhebung, der Kontrolle der indirekten Steuern, bleibt bestehen. Dazu kommt noch, daß die Verhältnisse Galiziens und Ungarns ganz neu hätten geordnet werden müssen, was eine höchst mühsame und langwierige Arbeit erfordert hätte. Zudem war ja auch die Wirtschaftslage und demgemäß auch die Verbrauchskraft der Juden in den einzelnen Ländern recht verschieden. Da ist es denn begreiflich, daß die Bemühungen um eine Steuerreform eher den Weg einschlugen, den die Darlegungen Poppers vorgezeichnet hatten. Freilich, einer der für ihn wichtigsten Gedanken, der an eine Herabsetzung der Gesamtleistung der böhmischen Judenschaft, fand nur bei ganz wenigen der leitenden Persönlichkeiten Anklang, er wurde meist schon mit Rücksicht auf die durch die Revolutionskriege verursachte Bedrängnis der Staatskassen abgelehnt. Böhmen Mähren Ungarn Galizien 216.000 fl. 84.000 „ 80.000 „ 300.000 „ Zusammen 680.000 fl. 233

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