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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1935-01-01 · 7 (1935) · page 208

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
7 (1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 208)
Language
German
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daher nicht mehr von den Händlern, sondern nur mehr von den Juden gekauft werden dürften, die Lederhäuser besäßen oder einzeln die Gerberei betrieben. Wichtig ist für uns der Schluß des Gutachtens: „daß zu wünschen sey, womit überhaupt in Ansehung des von Juden betreibenden Handels auf den von hier aus gemachten Vorschlag solchen auf gleiche Art wie bei den Christen zu regulieren, die Einleitung getroffen werden möchte, wodurch vielleicht alle sowohl von den christlichen Handelsleuten als Professionisten und Fabrikanten gegen den von Juden betreibenden Handel mit rohen Materialien von Zeit zu Zeit vorkommende Klagen am füglichsten behoben werden könnten." Das Direktorium erklärt, es habe, um Spekulationskäufe zu hindern, das Ausfuhrverbot für Häute und Sohlenleder auf unbestimmte Zeit verlängert. Auch die andern Ursachen der Lederteuerung (Steigen des Knoppernpreises) werden erörtert. Man lehnt den Erlaß eines Handelsverbotes ab. Da aber ohnehin die ganze Judenschaft in Böhmen eben jetzt anders organisiert werden solle und die diesfällige Ausarbeitung unter der Hand sei, so wird der Bericht des Böhmischen Guberniums und das Referat dem Grafen von Saurau zur weiteren Erledigung abgegeben und die in der Hauptsache ergangene Expedition ihm zur Einsicht mitgeteilt.21 In diesen Zusammenhang gehört noch ein Aktenstück, dessen erster Anlaß außer allem Zusammenhang mit der Judenfrage steht und das doch auf sie zurückkommt. Es ist eine Note des Staats- und Polizeiministers Grafen Pergen vom 6. Jänner 1794, Unruhen in Prag betreffend.22 Studenten, dadurch beleidigt, daß sie von Freudenmädchen waren begossen worden, hatten einen Tumult erregt, bei dem neunzehn Freudenhäuser geplündert wurden. In dem Berichte über diese wenig appetitlichen Vorkommnisse erklärte der Oberstburggraf Graf Lazansky eine Besserung der Polizeiverhältnisse für um so nötiger, als er demnächst einen Auflauf gegen die Judenschaft besorge. Die Prager Bürgerschaft finde sich durch die Begünstigung der Juden im Gewerbebetriebe und durch ihre Übermacht, alle Zweige des Nahrungs- und Handelsstandes an sich zu reißen, täglich mehr veranlaßt, sich über selbe zu beschweren. Handwerksburschen und Gesellen fingen schon an, die Juden durch verschiedene Neckereien zu reizen. Nur durch die „Duldung der letzteren", d. h., infolgedessen, daß die Juden die Beleidigungen sich ruhig gefallen ließen, sei es noch zu keinen Auftritten gekommen. Graf Lazansky bittet daher um schleunige Erledigung seiner zur Abhilfe und Beruhigung der Bürgerschaft gemachten Vorträge, umsomehr, als auch 4. die Studenten gefährlich sind. Zum 3. Punkte schlägt Graf Pergen vor, durch ein höchstes Handbillet beim Direktorium eine eigene Kommission zur 205

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