Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 7 (1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
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wider der Stadt Privilegien gehandelt, zur Strafe in Arrest gesetzt und erst nach Stellung von 2 Bürgen aus demselben entlassen worden sei (Nr. 59). Den Verkauf von Fellen und Häuten durch den Juden Abraham aus Eidlitz und eine ungenannte Jüdin melden Eintragungen aus den Jahren 1614 und 1632 (Nr. 20 und Nr. 42). In dem Erbinventar der Margaretha Grünerin vom 16. September 1671 findet sich unter den Schulden auch die von 1 fl. 15 kr. für Wolle an den Juden Eysiegl von Eidlitz (Nr. 108). Der Verkauf von einem Schäublein (Haube) im Werte von 1 Sch. 55 Gr. 5 Pf. durch eine Jüdin von Görkau, einer damastenen Schürze im Werte von 3 Sch. 12 Gr. 6 Pf. durch den Juden Hirschel, endlich von einem Rock im Werte von 6 fl. durch den Juden Schmal aus Eidlitz berichten Eintragungen aus den Jahren 1634, 1642 und 1700 (Nr. 42, 126). Der Verkauf von Kramwaren durch Juden aus Görkau, nämlich durch Isacks Sohn und den jungen Joseph (vorausgesetzt, daß es sich nicht um eine und dieselbe Person handelt) an Frauen, wahrscheinlich Krämerinnen in Komotau, wird durch Eintragungen zum Jahre 1636 bezeugt (Nr. 47, 50). In dem Gerichtsbuche von 1640 bis 1642 kommt zum 9. August 1640 der Vermerk des Stadtrichters vor, daß die Jüdin Rössell, eine Witfrau, wegen ihrer lange innegehabten Niederlage zu Gericht gefordert wurde und daß ihr 4 fl. Strafe auferlegt wurden (Nr. 59). Sehr merkwürdig ist eine vor Gericht gemachte Äußerung von Anna Ungerin vom 7. Oktober 1614, daß sie allerdings von Hans Mennell zwei Tonnen Heringe gekauft, jedoch niemals in ihrem Leben mit Juden etwas gehandelt oder von ihnen etwas gekauft habe, was auf Ansuchen des Juden Abraham (des langen A.) protokolliert wurde (Nr. 25). 4. Juden als Darlehensgläubiger von Komoiauer Bürgern. Die zahlreichsten Eintragungen über Juden beschäftigen sich mit Darlehen von Juden an Komotauer Bürger, und zwar handelt es sich um Schulden Verzeichnisse, Schuldenbekenntnisse, Schulden Vormerkungen, Schuldenberechnungen, Darlehenskündigungen, Schuldklagen, Bürgschaften, Pfändungen, Pfandaufsagungen, Klagen auf Herausgabe des Pfandes, Quittungen und Korrespondenzen. Die Schuldenverzeichnisse in dem Schuldenbuche von 1600 bis 1680, sieben an der Zahl, enthalten in der Regel nur den Namen des Schuldners und Gläubigers sowie den geschuldeten Betrag; ein einzigesmal, im Jahre 1610, findet sich folgende ausführlichere Eintragung: 18 Schock 47