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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1935-01-01 · 7 (1935) · page 48

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
7 (1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 48)
Language
German
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zuwider den wohlhergebrachten Privilegien von den Nachbarn und Mitbürgern Zulauf, die Meister dagegen das leere Nachsehen haben. In dem Streite zwischen den Komotauer Fleischern und Seifensiedern über den Kauf von Unschlitt entscheidet der Komotauer Stadtrat im Jahre 1656 (Nr. 91), daß die Seifensieder von Störern, Juden und anderen fremden Meistern, die ihr Inselt allhier verkaufen wollen, kein Inselt einkaufen sollen. In der Zunftordnung der Komotauer Seifensieder und Lichtzieher von 1653 (Nr. 86) wird den Juden verboten, Seife und Lichter nach dem Gewichte zu verkaufen und Unschlitt aus der Stadt auszuführen. Kaiser Ferdinand II. bestätigt im Jahre 1628 nicht nur den Komotauer Tuchmachern, sondern allen Tuchmacherzünften Böhmens das Privileg des Wollverkaufs und Tuchschnittes und verbietet allen anderen, besonders aber den Juden, wannenher sie seien, die Wolle an Gewicht und auf den Schafen stückweise zu kaufen, desgleichen das Tuch auf der Seiten und heimlicherweise zu tragen noch zu Schaden der Tuchmacher zu schneiden (Nr. 37), und Kaiser Leopold I. bestätigt allen Tuchmacherzünften Böhmens das Recht, daß nur ihnen allein, mit Wolle zu handeln, gestattet, anderen aber, und besonders den Juden, verboten sei. Andererseits treffen wir aber bei mehreren Komotauer Zünften die Juden als Lieferanten von Rohstoffen an. Komotauer Tuchmacher beziehen von Juden Schafwolle. Über einen Fall sind wir genau unterrichtet, nämlich über den Verkauf von 13 Stein Wolle durch den Launer Juden Lewel Siemon an den Komotauer Tuchmacher Christoph Sieman im Jahre 1667 (Nr. 101). Derselbe Komotauer Tuchmacher kaufte im Jahre 1669 Schafwolle im Werte von 39 fl. von dem Eidlitzer Juden Wölffei junior (Nr. 107). Ein anderer Komotauer Tuchmacher wird im Jahre 1671 als Schuldner des Eidlitzer Juden Wolf, dem er Wolle abgekauft, genannt. Ähnliche Fälle melden die Akten von 1700, in welchen der Jude Veid Isack aus Horschenz als Verkäufer und vier Komotauer, wahrscheinlich Tuchmacher, als Käufer von Wolle genannt sind. (Nr. 126.) Noch häufiger bezogen Lohgerber von Juden Leder oder Felle. In den Akten der Jahre 1614, 1640, 1647, 1654, 1672 und 1697 werden die Juden: Hörschel und der Lange Abraham (aus Eidlitz), Schmay, Lösser, Joseph, Wolf Jakob, Abraham (aus Priesen), Salomon Mayer (aus Eidlitz) als Verkäufer von Leder, Fellen, rohen Schaffellen (156 Stück a 9 Groschen) und Roßleder (51 Stück, das Paar a 3 Reichsthaler) genannt. (Nr. 20, 26, 60, 76, 77, 88, 123.) Bemerkenswert ist, daß der Komotauer Kürschner Moyses Pfleser von dem Juden Nadel aus Eidlitz im Jahre 1662 Schaffelle kaufte und ihm für einen Teil des Kaufpreises, den er ihm noch schuldete, Pfänder (einen silbernen Gürtel und 3 Stück Wäsche) übergab (Nr. 99). Zu erwähnen ist noch, daß im Jahre 1660 der Jude Wolff aus 45

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