Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 7 (1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2644300-2644313--2899-2647246- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Verfolgung der Juden vom Jahre 1505 wurde jedoch die Budweiser Judengemeinde erheblich geschwächt.88 Die Bürgerschaft von Caslau hatte wohl keine eigenen ansässigen Juden, kam aber mit den jüdischen Handelsleuten in häufige Berührung auf den Märkten, vermutlich schon in der ersten Hälfte des 16. Jahrhundertes .89 Einige Judenfamilien lebten auch in Taus und ihre Mitglieder richteten sich nach dem Rechte dieser königlichen Stadt.40 Auch die ostböhmische Stadt Königinhof hatte wohl schon zu Anfang des 16. Jahrhundertes eine Judensiedlung.41 In Kuttenberg gab es zwar keine ansässigen Juden, trotzdem aber nahmen Juden sehr lebhaften Anteil am Wirtschaftsleben der Stadt.42 Die Egerer Judengemeinde, die zu Beginn des 16. Jahrhundertes ihren eigenen Rabbiner besaß,48 war offenbar recht zahlreich; die Stadt selbst erwies sich für die unternehmungslustigen Juden als ein vorteilhaftes Wirkungsfeld in wirtschaftlicher Beziehung.44 Auch in der entlegenen Judensiedlung zu Jaromef lebten neben andern Juden zwei bemitteltere Handelsleute, die das Geldgeschäft pflegten.45 Auch Kauf im besaß, wenngleich nicht unmittelbar in der Stadt, so doch unter seiner Jurisdiktion einen ansässigen Juden.46 In Klattau war kein Jude ständig wohnhaft, aber die benachbarten jüdischen Geschäftsleute erstreckten ihre Beziehungen auch in diese Stadt .47 Unter den in Leitmeritz ansässigen Juden ragte zu Beginn des 16. Jahrhundertes das Geschlecht des reichen Bankiers Elias d. Ä. hervor, von anderen Judenfamilien abgesehen; die Geldgeschäfte der hiesigen Juden waren vermutlich recht lebhaft und weitreichend. Wie in anderen Städten äußerten sich auch hier, wohl aus zunftwirtschaftlichen Motiven, Feindseligkeiten gegen die jüdischen Ansiedler.49 Im benachbarten Rakonitzer Kreise fand sich in Laun eine jüdische Niederlassung, die — mochte sie auch schwächer sein als die Leitmeritzer — unter ihren Mitgliedern einige Geldgeschäftsleute zählte.50 Auch die Juden in Nimburg hatten teil am Geldgeschäft und erfreuten sich seit dem Anfange des 16. Jahrhundertes einer rechtlich gesicherten Besitzstellung unter dem Schutze der Stadt.51 Ob sich in Pisek, von wo wir aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert Nachrichten über einzelne jüdische Geldverleiher haben, die Juden auch noch bis in das beginnende 16. Jahrhundert gehalten haben, ist nicht bekannt; enger Verkehr der Stadtbevölkerung mit den Juden ist uns allerdings noch aus dem Jahre 1505 bezeugt.52 Eine große Judengemeinde finden wir dagegen in Pilsen; hier besaßen die Juden schon am Anfang des 16. Jahrhundertes eine gewisse wenngleich primitive Organisation für den Verkehr ihrer Mitglieder mit den Stadtbehörden. Ihr ausgebreiteter Handel mit Geld, Lebensmitteln und Kleidung, nicht bloß innerhalb der Stadt, sondern auch mit der Nachbarschaft, war schon im ausgehenden 15. Jahrhundert vom Stadtrat sorgsam geregelt und beweist, 8