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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1935-01-01 · 7 (1935) · page 10

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
7 (1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644313--2898-2647245
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Nutzen sein, wenn auch die Angaben mangels genauer Nachrichten kein taghelles Licht über die Frage der Judensteuer verbreiten. Unter den königlichen Städten besaß zu Beginn des 16. Jahrhunderts die Stadt Prag eine sehr starke Judengemeinde; die Namen der jüdischen Handelsleute, die wir in den Listen der Gläubiger zu Ende des 15. und anfangs des 16. Jahrhundertes lesen, und andere Nachrichten lassen eine zahlreiche und wohlhabende Schichte erkennen; ihre Geschäftstätigkeit griff über den Umfang der Prager Altstadt hinaus und war nicht bloß in den übrigen Prager Städten ,29 sondern auch fern auf dem Lande zu bemerken.80 Die Prager Gemeinde nahm unter den übrigen Judensiedlungen eine Ausnahmestellung ein, nicht bloß durch ihre Ausdehnung und ihre wirtschaftliche Bedeutung, sondern auch dank ihrer hochentwickelten Organisation, die selbst von der Regierung respektiert wurde und die Trägerin zahlreicher öffentlicher Funktionen war.81 Abgesehen von der Vertretung der gesamten jüdischen Bevölkerung Böhmens bei bedeutsamen allgemeinen Verhandlungen mit dem Staate,82 wirkte die Prager Judengemeinde bei der Bemessung des Anteiles der einzelnen Judensiedlungen an den allgemeinen öffentlichen Beiträgen mit; der Vorstand der Prager Judengemeinde hatte einen klaren Überblick über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit aller jüdischen Einwohner und wurde eine Art halboffizielles Organ der Steuerverwaltung. Die Bedeutung dieser Funktion, in der die Prager Juden im Jahre 1514 auftreten,33 wurde zwar etwas in den Hintergrund gedrängt, als das Steuergesetz vom Jahre 1522 die Einbringung von Steuerbekenntnissen für alle Stände und Gruppen einheitlich regelte,84 aber die Restaurationsbestrebungen der neuen Regierung knüpften wieder an diese Methode an, die der Repartition der besonderen Steuer auf alle Juden in Böhmen entsprach. Auch auf gerichtlichem Gebiete kam die Prager Judengemeinde zur Geltung, doch hie und da mußte sie vor der Stellung der jüdischen Ansiedler in einigen königlichen Städten kapitulieren.85 Auch für den Großteil der übrigen königlichen Städte lassen sich die Judensiedlungen doch wenigstens allgemein feststellen. Eine zahlreichere Siedlung bestand zu Anfang des 16. Jahrhundertes wohl in Beraun?* An dem wichtigen südböhmischen Verkehrsknotenpunkt, Böhm. Budweis, waren zahlreiche jüdische Ansiedler an Geld- und anderen Geschäften beteiligt, und ihre Beziehungen reichten über die Stadt hinaus.87 Die besondere zahlenmäßige Stärke und große wirtschaftliche Agilität der Böhm. Budweiser Juden bezeugen die Beschwerden über Hindernisse von Seiten der Stadtverwaltung und die Versuche der Stadt die ungünstigen Auswirkungen der Schuldforderungen der jüdischen Geschäftsleute herabzumindern. Im Gefolge der gerichtlichen 7

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