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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1935-01-01 · 7 (1935) · page 7

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
7 (1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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IRI
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und dessen Gehilfe, der Prager Burggraf.14 Diese Verfügung sicherte zwar den Juden einen sehr wirksamen Schutz und hob durch die Angliederung der Prager Judengemeinde an das Amt des Oberstburggrafen auch ihre öffentliche Bedeutung, aber gerade dieses enge Verhältnis brachte auch zahlreiche Nachteile mit sich. Die bedeutsame Rolle, die im politischen Leben Zdenko Lev von Rozmital spielte, und namentlich seine führende Stellung im Kampfe gegen die königlichen Städte, brachte die Prager Juden in eine recht schwierige Lage. Die Stadt, in der diese Juden lebten, erhob auf ihre guten Dienste ebensogut Anspruch, wie ihr politischer Hauptgegner, dem nach dem Gesetze15 die Verwaltung der Prager Judenstadt zustand. Während des politischen Kampfes des Adels mit den Freistädten, der zu einer tiefgehenden gegenseitigen Entfremdung dieser beiden Schichten führte, bahnte sich ein schärferer Unterschied in der Lage zwischen jenen Juden an, die unter Adelsobrigkeiten wohnten und völlig auf diese erstarkende Gesellschaftsschicht angewiesen waren, und jenen Juden, die in den königlichen Städten wohnten; denn hier konnte neben den autonomen Ortsorganen, auf denen zweifellos die Last der laufenden Verwaltungs- und Sicherheitsagenda ruhte, nach dem Gesetze vom 9. September 1499 auch der königliche Unterkämmerer eingreifen. Namentlich die Prager Judengemeinde geriet in zunehmendem Maße in Abhängigkeit von dem Stadtrate.16 Die führende Stellung Prags im Kollegium der Freistädte äußerte sich auch in Fragen, die die jüdischen Ansiedler dieser Städte betrafen. Die Rechtsbelehrungen, welche die Landstädte bei der Prager Stadt einholten ,17 trugen einesteils zur Betonung des städtischen Oberrechtes über die Juden bei, anderseits stärkten sie das einheitliche Vorgehen der Städte in der Judenfrage. Erleichtert wurde diese Entwicklung namentlich dadurch, daß in der Frage der Zuständigkeit der in Prag ansässigen Juden die Stadt Prag immer mehr Übergewicht bekam, während die Kompetenz der königlichen Beamten zurücktrat. Gegen Ende des zweiten Jahrzehnts des 16. Jahrhundertes galten die Prager Juden bereits als „Untertanen" der Prager Gemeinde;18 die Gemeinde übte alle laufenden Verwaltungsgeschäfte hinsichtlich der Prager Juden aus und bezog wohl aus diesem Titel wenigstens einen Teil der jüdischen Gebühren.19 Auch in dieser Hinsicht hat sich zwar die Entwicklung nicht deutlich ausgeprägt, doch aus dieser Quelle entsprang ein weiterer Teil der Schwierigkeiten, mit denen im Jahre 1527 die Judensteuer und ihre Einhebung in finanzieller und verwaltungsrechtlicher Beziehung zu kämpfen hatte. Bei der Prager Gemeinde als dem bedeutsamsten Gliede der jüdischen Bevölkerung Böhmens und dem öffentlich anerkannten Repräsentanten aller Juden im Lande machten sich die ersten Restaurationsversuche des 4

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