Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 481)
- Language
- German
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ANMERKUNGEN 1 Grotte: Skulptury „öesk6ho Iva" v radnicni budovfc mesta Poznan^. (Stavitelske listy Nr. 20/1916.) 2 Grotte: Ostjüdische Sakralkunst und ihre Ausstrahlungen auf deutsches Gebiet. — Monatshefte für Kunstwissenschaft Nr. 5/1918. 3 Grotte: Deutsche, böhmische und polnische Synagogentypen vom XI. bis XIX. Jahrhundert, Berlin 1915. — In Worms entsteht der Anbau der Frauensynagoge erst 1213, also 200 Jahre später. Diese Tat wird durch eine Gedenktafel gewürdigt, die besagt, daß dies (der Bau eines Frauenbethauses) „mit eisernem Griffel für alle Zeiten hier eingeschrieben sei44. 4 Grotte: Neuere Forschungen über kirchliche Verteidigungsbauten. (Die Denkmalpflege. Preuß. Minist.-Ztschr. Nr. 7 und 8/1921.) 5 Von der gleichfalls urkundlich erwähnten Synagoge in Breslau, die wohl bis 1345 vorhanden gewesen war und sich in der Nähe der herzoglichen Burg befand, ist keinerlei Spur auffindbar. Hier werden Juden zuerst 1453 in einem Hostienprozeß (Capistran) erwähnt; sodann 1495, als sich Heinrich I. von Münsterberg das Recht verbrieft, Juden „aufzunehmen, zu halten, zu befrieden und zu beschirmen, von Uns und den Unseren unbehindert'4. 7 Von den in Oels gedruckten hebräischen Bibeln sind nur zwei Stücke vorhanden, deren eines sich in Oxford befindet; das Titelblatt, dessen Faksimile in Brann (Gesch. d. J. i. Schles., Breslau 1896/1917) abgedruckt ist, zeigt das Wappen des Herzogs Karl von Oels-Münsterberg und einen frommen hebräischen Segenswunsch für diesen. 8 Er hatte zusammen mit seiner Brüdern Ascher und Eljakim vorher eine Druckerei in Krakau. In Oels wirkte er gemeinsam mit seinem Schwager Elieser b. Salomo. Ascher scheint mit „Andreas Heliz, buchbynder, ein getauffter jud" identisch zu sein, der 1538 das Bürgerrecht in Breslau erwirbt. Samuel läßt sich nach dem Unglück in Oels später in Constantinopel nieder. Andere Mitglieder dieser Sippe sind Johannes und Paul (Heliz), beide gleichfalls Neophyten. Letzterer erst katholisch, später Lutheraner, druckte Luthers Übersetzung in hebräischen Lettern und gab 1543 sein „Elemental- oder Lesebüchlein...44 heraus, eine Art hebräische Bibel (vgl. Brann). 9 „...von Jemands gewallt oder unrecht hanndhaben (zu) schuczen unnd schurmen, auch, waz euch anlangt, hulfflich (zu) sein44. *o Sinapius behauptet, die Synagoge sei vorher eine Kirche (St. Barbara) gewesen und sei von den Juden zur Synagoge umgewandelt worden. Diese Ansicht ist im Hinblick auf die Mentalität in jenen Zeiten kaum ernst zu nehmen. 11 Die ersten Juden werden hier 1386, eine Gerichtsentscheidung für einen Juden in Kazimierz wird 1428 erwähnt. Eine Badeanstalt wird 1485 errichtet, 1488 der Marktplatz. Man kann sonach für die zweite Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts hier eine organisierte Judengemeinde voraussetzen (M. Balaban in „Historja Zydöw w Krakowie 1304-186844). 12 Majer Balaban im Jüd. Lexikon, Art. Krakau. Balaban (vgl. Note 11) berichtet, daß sich über der Eingangstür die Jahreszahl 1407 befindet, die man als Jahr der Erbauung oder Beendigung des Gotteshauses ansehen müsse. Dies wäre nicht nur ein Widerspruch dazu, daß die Synagogen der Krakauer Juden erst 1469 geschlossen wurden, sondern auch in Hinsicht auf die Renaissance-Architektur des Portales nicht verständlich. Auch ist nicht anzunehmen, daß die damals noch kleine Gemeinde in Kazimierz, die erst im sechzehnten Jahrhundert gewaltigen Zuzug erhält, ein so großes Gebäude errichtet hätte. 14 Über der Attika, deren Innenraum durch das Treppentürmchen an der Ostseite zugänglich ist, befindet sich ein mäßig geneigtes, von außen kaum sicht- 468