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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 463

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 463)
Language
German
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IRI
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dem Gewerbe nach ein Bändelmacher, bereits in das 13. Jahr seine Bändelmacher-Profession allhier standhaft und ununterbrüchig betreibe, und soviel es seine sittliche Aufführung betrifft, sich derselbe die ganze Zeit hindurch stets ehrlich und friedsam betragen habe." Sehr oft begegnen wir den Jitschiner und Neubidschower Juden bei den Versteigerungen der Fleischbänke in Jitschin und der Plätze davor unter den Lauben zur Auslegung der Waren an Jahrmärkten .5 Im Jahre 1812 mietete Baruch zwei Fleischbänke um 40 fl. jährlich, im Jahre 1814 Elias Wehle einen Kramplatz unter dem letzten Laubenbogen der Fleischbänke für die Jahrmarkttage um 8 fl. jährlich auf ein Jahr; als er sich aber verpflichtete, den Platz auf eigene Kosten instandzuhalten, wurde er ihm auf sechs Jahre um 40 fl. jährlich verpachtet. Er verpflichtete sich dabei, auf den Ersatz der 159 fl. 24 kr. zu verzichten, die er auf Reparaturen angewandt hatte, und alle nötigen Reparaturen aus eigenem zu bestreiten. Im Jahre 1822 pachtete der Bidschower Jude Bernard Hink einen Laden unter der Laube auf drei Jahre um 16 fl. jährlich, zahlbar halbjährlich im voraus zu St. Galli und St. Georgi. Zu der am 11. Juni 1824 abgehaltenen Fleischladenlizitation erschien nur der Jude Benedikt Baruch und pachtete ihn samt Pulten und Regalen um 110 fl. auf sechs Jahre. Im Jahre 1827 mieteten die Ehegatten Bernard und Rachel Heinisch einen Laden um 8 fl. jährlich auf drei Jahre, im Jahre 1831 Rosalie Poläcek und Rachel Hain eine Kramstelle unter der Laube um 8 fl. jährlich. Man muß sagen, daß es die Jitschiner jüdischen Handelsleute auch bei der Pachtung dieser Kramläden sehr geschickt anstellten. Z. B. zur öffentlichen Lizitation am 30. Dezember 1831 erschien nur Benedikt Baruch und nach langem Verhandeln mit dem Magistrat erklärte er, er habe zwar an der Lizitation kein Interesse, die ausgebotene Stelle eigne sich für ihn nicht, er sei aber nichtsdestoweniger bereit, die Stelle um 8 fl. jährlich samt Pulten und Regalen zu mieten. Am selben Tage pachtete seine Glaubensgenossin Rachel einen Laden um 14 fl. Im Jahre 1842 mietete Salomon Fried einen Laden um 53 fl., einen andern um 45 fl. Benedikt Baruch. Von fremden Pächtern finden wir im Jahre 1842 Magdalena Sachs aus Neubidschow. Während des 18. Jahrhunderts war in Jitschin die Branntweinbrennerei und der Branntweinhandel ausschließlich in Händen der Juden .6 Es war ein sehr ertragreicher Handelszweig, wie sich daraus ergibt, daß z. B. im Jahre 1822 Salomon Bochdanetzky der Stadt für das ausschließliche Recht, Branntwein zu brennen, 1602 fl. jährlich zahlte, im Jahre 1844 Adam Winternitz sogar 1800 fl. Dieser durfte den Branntwein auf der Altstadt nur in zwei stadtpolizeilich genehmigten Häusern schenken, auf der Neustadt und auf der Vorstadt nur mit Bewilligung der betreffen- 452

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