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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 446

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 446)
Language
German
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Zuerst wollte ich den Berichtigungen in Ihrem geschätzten Aufsatze einige weitere Daten beifügen, die ich erst zusammenstellen mußte, daran aber tausendfach gestört wurde, da mir die Ordnung unserer Familienangelegenheiten, so wie die Lösung der Frage, ob wir nach Belgrad übersiedeln, oder-wie ich es durchgesetzt habe - in Wien verbleiben werden, viel zu schaffen gab. Dazu kam noch die Erkrankung meines Sohnes an einem bösartigen typhösen Fieber, das sein Leben in Gefahr brachte, und dieser neue Schlag erschütterte meine von so vielen schmerzlichen Erregungen leidende Gesundheit derart, daß ich seitdem ununterbrochen an einem nervösen Kopfschmerz leide, der mich zu jeder Beschäftigung unfähig macht und mich zwingt, tagelang einsam im dunkeln Zimmer zu verweilen, fern selbst von meinem Kinde, dessen fröhliches Geplauder sonst doch am geeignetsten wäre wohltuend auf mich zu wirken. Dies meine Entschuldigung, von deren Wahrheit Delping sich, als er mir Ihren werten Brief überbrachte, überzeugt hat, und die Sie gelten lassen mögen. Da mir seit ein paar Tagen wesentlich besser ist, sind Sie, geehrter Freund, der Erste, dem ich ein paar Zeilen schreibe, indem ich Ihnen beifolgendes Buch sende und gleichzeitig verspreche, daß ich Ihnen die gewünschten Notizen nächstens so bald als nur möglich folgen lassen werde. Für heute kann ich nicht mehr, mir dunkelt es schon vor den Augen. Möge Ihnen das kommende Jahr ein recht frohes werden. Dies wünscht, Sie herzlichst grüßend in aufrichtiger Freundschaft Minna Wukomanovitz Karadschitsch. Wien, am 29. Dez. 864, Wien, am 27. Dez. 866 Geehrter Herr und Freund! Zum dritten Male in langen Intervallen ergreife ich die Feder, um das lang versprochene und noch länger angekündigte Buch „Hercegovske srpske pjesme"*20 mit einigen Zeilen dorthin zu begleiten, wo es, dessen bin ich gewiß, eine freundliche Aufnahme finden wird. Als ich Ihnen gegen Ende Mai von Belgrad aus dessen baldiges Erscheinen ankündigte, da ahnte ich noch nicht, daß das schwere Gewitter, welches den politischen Horizont verdunkelte, so rasch und unheilvoll sich über Österreich entladen, und in seiner Rückwirkung sogar auch uns sich fühlbar machen werde; dadurch nämlich, daß die Kommunikation z. B. nach Dalmatien erschwert und zum Teil selbst unterbrochen war, daß man, abgesehen hievon, fast aller Orts, sich mit ganz anderen Dingen zu beschäftigen hatte, als mit der Erscheinung eines neuen Buches, erlitt die bereits begonnene Pränumeration eine empfindliche Störung und gaben uns die Sammler im Interesse der Sache die Weisung, selbe noch zu verlängern, was wir auch getan haben. Und so kam es, daß das Buch, das schon im Juni hätte auf dem Büchermarkt erscheinen sollen, erst zum Jahresschluß die Presse verließ. Aus dieser Verzögerung ist nun auch der Übelstand erwachsen, daß das Komite mit der Drucklegung des nächsten Buches nicht einmal begonnen hat, während wir gerechnet hatten, daß dasselbe bis zu den kommenden Osterfeiertagen gedruckt sein werde. Zu jeder anderen Zeit würden wir diese Störung gewiß lebhaft bedauern, aber angesichts des Jammers, der so viele getroffen, der Trauer, die so viele im Herzen tragen, wäre dies wahrhaftig kleinlich, wir danken Gott, daß wir nach all den Schrecken, die in rascher Aufeinanderfolge so viele Opfer gefordert haben, mit dem Leben davon gekommen sind, und wollen auf bessere Zeiten hoffen! - Lebhaft dachte ich während der Kriegsereignisse stets Ihrer, geehrter Freund, und hastig durchflog mein Blick jeden Morgen die Zeitungen, um zu erfahren, ob Jungbunzlau*2i der Schauplatz blutiger Ereignisse geworden sei. So viel man erfahren konnte, scheint diese Stadt ziemlich glücklich durchgekommen zu sein. Aber wie ist es Ihnen ergangen? Wo haben Sie geweilt? Warum kamen Sie nicht nach 435

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