Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 444)
- Language
- German
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Schindler sendete mir den anliegenden Brief für Sie; er schrieb mir, daß er mit der von mir angedeuteten Winternovelle schon anderweitig verfugt habe, aber geneigt sei, für Sie ein Stück neu zu schreiben. In Erwartung baldiger Antwort Ihr ergebener Tschabuschnigg. Daß Sie länger in Steiermark weilten, war mir neu; sehr würde es mich freuen, Sie wieder hier zu begrüßen. Ich lege für Sie ein Exemplar meines Zauberwalds bei, vielleicht besprechen Sie das Büchlein in den Erinnerungen oder sonst wo. Ich habe den Romannamen Faramond in Florestan verändert, um dem künftigen Erscheinen des erstem nicht vorzugreifen. Graz, am 20. März 857. Verehrtester Herr, Ich habe Ihnen vor mehr als einem Monate die Novelle „Graf Florestan" für Ihr Jahrbuch übersendet und ersuche mir baldigst die auf Bestimmung des Honorars bezügliche Antwort zukommen zu lassen. Ich hoffe, daß die Novelle Ihnen gefällt; deren Aufnahme ziehe ich nach dem Inhalte Ihrer Briefe jetzt, da sie sich zwei Wochen in Ihren Händen befindet, natürlich nicht in Zweifel. Ich habe den Namen Faramond in Florestan umgewandelt, weil ich den bezüglichen Roman, in welchem jener Name vorkommt, anonym drucken lassen werde, und, obwohl es mir recht ist, wenn der Autor nicht unbekannt bleibt, doch durch denselben Namen nicht von vornherein meine Autorschaft denunzieren will. Übrigens ist am Roman kaum ein Viertel Teil geschrieben, und bei der langsamen Art meines Romanschreibens werden noch Jahre vergehen, ehe das Buch zum Vorschein kommt. Nachträglich fiel mir ein, daß Florestan und Florette vielleicht anstößig anklingen, man könnte also, wenn's beliebt Graf Walter - Hubert -Marzeil sagen. Unser Leitnerl*6 gibt heuer auch seine gesammelten Gedichte heraus bei einem Dita in Hanover. Ein paar Sonette werde ich Ihnen noch senden. Ich erwarte bald Ihre die Honorarfrage arrangierende Antwort. Ihr ergebener Tschabuschnigg. 28. Zwei Briefe von G. F. Daumerin Hochgeehrter Herr! In Ihrem Schreiben vom 19. Januar, das mir aber von Mortheim aus erst mehrere Wochen später zukam, war als letzter Termin der Einsendung von Beiträgen für das Jahrbuch das Ende April festgesetzt. Ich habe keine diese Bestimmung abändernde Nachricht und Weisung erhalten, wundere mich daher sehr, daß mein Beitrag zu spät gekommen sein soll. Sie mögen nun davon benützen, was Sie wollen; nur muß ich bitten, das Gedicht: „Ehi stiller Ort" nicht zu verkürzen und zu modifizieren; man würde mir eine solche Abänderung nicht verzeihen, wenn ich Sie zugäbe. Der „stille Ort" ist ja symbolisch gemeint; es wird dies aber erst in Nr. 2 erklärt; ohne diese Nummer fehlte dem Leser Schlüssel und Sinn; sie darf daher nicht wegfallen. Anstößig kann die Sache doch wohl auch nicht sein; es ist ja „der Seele stilles Heimathland", wohin die Dichterin ihren Freund ladet, ein ideeller Ort; was ist reiner? Wenn dergleichen 433