Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 438)
- Language
- German
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Sie sicher auf einen größeren prosaischen und einige poetische Beiträge rechnen. Der Demetrius^ ist längst im Buchhandel erschienen, weshalb Sie davon nichts mehr brauchen können. Wenn Sie veranlassen wollten, daß die mir zukommende Honorarkleinigkeit mir noch vor Weihnachten übermittelt werde, so würden Sie mich sehr dadurch verbinden. Eine bestimmte Forderung wage ich bei den eingesandten Kleinigkeiten nicht zu machen. Machen Sie die Berechnung nach dem Maßstabe anderer mir ebenbürtiger Schriftsteller. Mit herzlichen Grüßen Ihr ergebenster München, 13. Dezember 1856. F. Bodenstedt. P. S.: Darf ich um gütige Besorgung der Einlage bitten? Ich beeile mich, vereintester Herr, Sie aus ihrer Unruhe zu reißen und alle die in Ihrem Briefe v. 1. d. M. ausgedrückten Zweifel und Besorgnisse zu zerstreuen. Allerdings habe ich seit Ihrer Zuschrift vom 10. Januar noch viel gelitten, aber das würde mich nicht abgehalten haben, Ihnen zu schreiben, wenn ich im Stande gewesen wäre die gedruckten Beiträge gleich mitzuschicken. Dazu kam, daß ich bis zum Schluß der Vorlesungen gar zu sehr mit Arbeiten überhäuft war, da durch mein langwieriges Unwohlsein vieles versäumt wurde, was später nachgeholt werden mußte. Die Sendung mit dem Gelde und den Briefeinlagen ist richtig angekommen. Für Ersteres empfangen Sie nachträglich meinen Dank; die Einlagen wurden pünktlich an ihre Adressen abgeschickt und werden Sie die Wirkungen wohl schon einigermaßen verspürt haben. Wenigstens sagt mir Becker,»» er werde Ihnen gleich etwas schicken, und seine Sendungen pflegen nicht klein zu sein. Geibel und Heyse, welche an größeren Sachen arbeiten, hatten gerade nichts vorrätig; letzterer sagte aber nicht ab, und wenn Sie noch ein bißchen warten können, so werde ich sehen noch etwas von ihm loszureißen.100 Von Herrmann Lingg, den ich entschieden für den größten Lyriker der Gegenwart halte, erhalten Sie hiebei einen ganzen Bogen von mir selbst ausgewählter Gedichte, denen in vier bis sechs Tagen noch Szenen aus einer Tragödie „Catilina" folgen sollen, für welche Sie jedenfalls Platz schaffen müssen. Suchen Sie Lingg, der es sehr nötig hat, möglichst gut zu honorieren; Sie können dafür bei Beilhack, von welchem ich auch einige Gedichte schicke (die Sie nicht alle zu drucken brauchen) wieder sparen. H. v. Schack ist erst jetzt von Neapel zurückgekommen; ich werde heute oder morgen zu ihm gehen und sehen, ob er was Neues hat. Von mir erhalten sie ein Fragment aus einem epischen Gedicht und einige Sprüche der Weisheit. Beides wird mit dem, was ich noch von anderen eintreiben kann, in der oben erwähnten Frist in Ihren Händen sein Ol Ihr Aufsatz in den Westermannschen Monatsheften*02 sowie auch der im Museum* 03 hat mir sehr gut gefallen. Wenn Sie einmal ein größeres Werk über das poetische Volksleben der Slaven herausgeben wollen, so dürfen Sie meiner eifrigen Mitwirkung gewiß sein. Über Ihr Jahrbuch kann ich mich im Allgemeinen nur lobend äußern. Daß bei Sammelwerken immer etwas Unbedeutendes mit unterläuft, versteht sich von selbst. Zum Schluß für heute noch eine Anfrage: Verbindet H. Bellmann mit seiner Buchhandlung auch eine Kunsthandlung? Wilhelm von Kaulbach104 hat ein Portät von mir gemacht, welches durch seine hohe Vollendung hier allgemeines Aufsehen erregt, und ihm selbst gefällt es so sehr, daß er es durch den Stich zu verbreiten wünscht. Die Berliner Kunsthändler wollen es gern herausgeben, aber Kaulbach besteht darauf, daß es unter seiner Aufsicht von einem Münchner Künstler gestochen werde, wogegen sich jene 427