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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 436

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 436)
Language
German
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IRI
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23. Brief von Ferdinand nürnberger** Wien, den 9. Jänner 1860. Verehrtester Doktor! Ich bin der hohen Wiener Preise müde und muß mir zur Recreation meiner Finanzen, wenigstens ein Jahr lang Diät auferlegen. Am liebsten ginge ich nach Deutschland, das keinen Augenblick aufgehört hat, Ziel meiner Wünsche zu sein. Leider bin ich zur Zeit noch an meine österreichischen Absatzquellen gebunden und da unser Agio 25% steht, so höbe sich Gewinn und Verlust wieder auf. Ich denke also daran, meinen Aufenthalt in irgend eine wohnliche Provinzstadt der Monarchie zu verlegen; kanns sein, in einige Nähe der deutschen Grenze. Linz, höre ich, ist fast in jeder andern als landschaftlichen Beziehung, unangenehm, auch affektiert es die Wiener Preise. Salzburg aber hat wegen allzu großer Nachbarschaft Deutschlands schon Agio. Indem ich mein Auge nun auf der Karte herumirren ließ, zog ich einerseits Pilsen in Betracht, andererseits Leitmeritz. Ansprüche mache ich natürlich nicht, oder vielmehr sie reduzieren sich einzig auf folgende Punkte: 1. Ein gutartiger Menschenschlag und von deutscher Zunge. 2. Möglichst schöne Landschaft. 3. Wohlfeilheit in Wohnung und Nahrung. 4. Irgendeine Gymnasial- oder Klosterbibliothek zu Händen, welche mir zugänglich wäre und in welcher die deutsche Literatur nicht geradezu als Auswürfling behandelt wäre. Können Sie mir in diesen vier Beziehungen ein maßgebendes Gutachten über Pilsen oder Leitmeritz oder beide zugleich abgeben? Ich kenne niemanden in Böhmen und traue Ihnen zu, daß Sie das Land kennen. Daher werden Sie schon entschuldigen, daß ich Sie inkommodiere. Hochachtungsvoll Ferd. Kürnberger, Stadt, untere Bäckerstraße 945, 4. Stock, Thür 10, in Wien. 24. Fünf Briefe von F. M. v. Bodenstedt** München, 5. Oktober 56. Morgens 8 Uhr. Geehrtester Herr! In Erwiderung Ihrer geehrten Zuschrift vom 2. September d. J. bin ich gerne bereit, Ihnen einen Beitrag zu Ihrem Jahrbuche zu liefern, wenn Sie mir noch eine Woche Zeit dazu gönnen können. Ihre Zuschrift ist vom 2. September datiert, aber auf der Außenseite mit dem Poststempel vom 2. Oktober versehen und erst gestern Abend spät in meine Hände gekommen. Nun les' ich aber darin, daß die Beiträge spätestens bis Ende September eingeliefert sein müßten, ein Termin, den einzuhalten mir natürlich nicht mehr möglich ist, da er längst verstrichen. Um Mißverständnissen vorzubeugen, werde ich deshalb erst Ihre Antwort abwarten und dadurch vergewissert sofort an Herrn Dr. Kapper schreiben und das gewünschte Manuskript beilegen. Hochachtungsvoll und ergebenst F. Bodenstedt. An Herrn Carl Bellmanns Verlag in Prag. 425

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