Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 417)
- Language
- German
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8. Erwiderung dem Vereine „Eintracht" auf die Abweisung des böhm. Couplets*! (Zu Händen dem Herrn Siegfr. Elbogen.) Keine Messe wird man singen Keinen Kadosch wird man sagen Nicht gesagt und nicht gesungen wird an meinen Sterbetagen. Heinrich Heine. 1. Wo sind die schönen Tage, Wo friedlich ich vereint, Und mich dort unter Brüdern In Eintracht hab' gemeint? 3. Daß jene Sprache, die Euch liebevoll gesungen Die Mutter an der Wiege, Ist in die Oed' verklungen! 5. Und deshalb bin ich doch Nicht minder als Ihr eben Dem gütigen Monarch Gehorsam treu ergeben. 7. Und nicht wie Ihr gerügt: „Er will uns cechisieren Und Gott behüte, gar auf Irrwege uns führen!" 9. Nun hatt' ich mich getäuscht Und Ihr habt mich verkannt. So sei nach Wunsch gelöst Der „Eintracht" Freundschaftsband. 11. Dieser versteht für alle, Was billig ist und recht, Was vielen war zu gute, War ihm allein nur schlecht. 13. So ist der Geist der Zeit Für mich wie für den andern. Und wie es tat der Mohr - So kann ich auch nun wandern. 15. Und wie sein mächtig Wort, So schützen Euch die Taten. Ihr möget weiter nicht Auf Irrwege geraten! 2. Und weil ich nun die Scherze Statt deutsch wollt böhmisch singen, So wollte mich die „Eintracht" Aus Liebe nun verschlingen. 4. Doch meiner Ansicht nach - Ich schäme mich des nicht - Die Muttersprach' zu pflegen, Halt' ich für unsre Pflicht. 6. Ich kenne auch die Pflicht, Den Ewigen zu loben, Der Israel vom Schlamme ins Trockene gehoben. 8. Ich dacht', daß der Verein wohl das zum Zwecke hat, zu pflegen alle Kunst und jede Wissenschaft. 10. Ihr habet ja Ersatz In Einem wohl gefunden. Die Wunde im Verlust Sie bleibt nicht unverbunden. 12. Ich mute mir nicht zu, Daß Ihr mich habt erkiesen, Doch habe ich mein Motto Im Vorigen bewiesen. 14. Kein Händedruck zum Gruß! Das Lächeln nur beim Scheiden, Das höhnisch galt der Liebe, Zum Zeichen von uns beiden. 16. Und wie mit starker Hand Er Euch bis jetzt geführet So wird durch Wort und Tat Er zeigen, was gebühret. 17. Ich habe mich nun jetzt So schwer wie Hus verschuldet, So sei ich unter Euch Nun weiter nicht geduldet. 406