Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 397)
- Language
- German
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Schließlich sei noch „Knez Lazar", den Kapper bereits in Karlstadt geschrieben hatte,205 und dessen Fragment sich als Manuskript in Kappers Nachlaß im Prager Landesmuseum befindet ,206 erwähnt. Jaroslav Kamper, der schon 15 Jahre vor Krejci über Kappers Nachlaß berichtet hatte,207 sagt vom „Knez Lazar", dieser allein hätte genügt, wenn er kein Torso geblieben wäre, um dem Autor für immer einen Ehrenplatz im tschechischen Schrifttum zu sichern. Er rühmt an dem Werk die glückliche Erfassung des Charakters der südslavischen Poesie sowie die vortreffliche Diktion.208 Das tschechische Fragment besteht aus sechs Gesängen, die sieben Gesänge der deutschen Ausgabe (somit dem ganzen ersten Teil) entsprechen. Der sechste tschechische Gesang umfaßt den deutschen sechsten und siebenten. Die tschechische Ausgabe verhält sich zur deutschen etwa so wie die „Gusle" zu den „Historischen Volksliedern der Montenegriner". Der tschechische „Knez Lazar" ist eine schwungvolle, ausführliche Umdichtung des „Fürst Lazar".209 ★ Nach dem Jahre 1875 trat in Kappers literarischem Schaffen ein merklicher Stillstand ein. Ein Lungenleiden, das damals zum Ausbruch gekommen sein dürfte, hielt ihn vermutlich von der Arbeit ab. Von der südlichen Sonne erhoffte er die Heilung seiner angegriffenen Lunge. Wir finden ihn im Sommer 1876 in Görz210 und zu Neujahr 1878 in Pisa .211 Seine Manuskripte führte er mit sich und beschäftigte sich auch noch auf dem Krankenlager mit der Ausführung der Entwürfe und dem Feilen der fertigen Arbeiten. Nur weniges davon wurde gedruckt, das meiste erhielt sich im handschriftlichen Nachlaß .212 Italien brachte dem kranken Dichter keine Heilung. Er verschied in Pisa am 7. Juni 1879 und fand am dortigen Friedhof seine letzte Ruhestätte. VII. Resume Als Mensch wies Kapper gewisse Schwächen auf, die ihn nicht selten zu seiner Umgebung in Gegensatz brachten und in Konflikte mit ihr verwickelten. Aus den Dokumenten, die wir veröffentlichen (und aus denen, die noch unveröffentlicht in den Archiven ruhen), gehen seine Eigenheiten wie Eigenbrötelei, eine bis zum Eigensinn gesteigerte Unnachgiebigkeit und eine mit diesen Eigenschaften zusammenhängende Unverträglichkeit hervor. Wenn wir auch annehmen müssen, daß die abfälligen Äußerungen über Kappers Charakter von Seiten mancher Amtspersonen durch politisches Vorurteil beeinflußt waren, so können wir uns nach Kenntnis des 386