Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 395)
- Language
- German
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die Brüder Batric an dem wortbrüchigen Pascha von Skadar furchtbare Rache („Weihnachten in der Crnagora"), die von Achmed Arni gegen die Schwarzen Berge geführten Türken erleiden, von Vuk Raslavcevic in eine Falle gelockt, eine große Niederlage („Des Sultans Holzgefälle"), Christinja Roganovic nimmt blutige Rache an dem Begen Ljubovic („Die Frauen von Trnjina"). Das Gedicht „Harac" (der Zins) berichtet, wie der Pascha von Skadar für seinen Hochmut bestraft wurde, weil er von den Kuciern neben anderem Zins auch noch 50 Jungfrauen für seine Kapitäne begehrte. Schließlich erzählt das letzte Gedicht „Die Rechnung der Montenegriner6' von der blutigen Abrechnung Peter Boskovics mit dem Pascha. Im Nachwort zu den „Gusle" sagt Kapper, er habe seine Gedichte „ohlasy" (Nachklänge) genannt, damit an sie nicht der Maßstab von Übersetzungen angelegt werde, damit sie aber auch nicht für eine Frucht seiner poetischen Invention gehalten werden. Danach wären die „Gusle" eine freie Bearbeitung, eine bewußte Umdichtung des Originals. Jan Krejci widmet der Untersuchung über das Verhältnis der Kapperschen Dichtung zum Original das III. Kapitel seines wiederholt zitierten Buches „Pfispevky k poznäni bäsnicke cinnosti Siegfrieda Kappera." Als Vorlage der Gedichte von den Crnojevicen bezeichnet er bestimmte Stücke aus der Sammlung Karadzics, als Vorlage des zweiten Teiles den aus dem Jahre 1845 stammenden Almanach „Ogledalo srbsko". Bei den ersten drei Gesängen der „Gusle" könne man von einer bewußten Umdichtung des Originals nicht sprechen, sie verhalten sich zu diesem etwa so wie die „Gesänge der Serben" zu den entsprechenden Gedichten bei Karadzic. Viel freier sei Kapper im 4. Gesang „Der Tod Ivo Crnojevics" vorgegangen, indem er ein Gedicht von Karadzic und eines aus dem „Ogledalo srbsko" zu einem Ganzen vereinigt habe.200 Krejci vergleicht ferner die Gedichte aus der Zeit der Verteidigung mit dem serbischen Original und mit den im Nachlaß befindlichen und bis dahin nicht veröffentlichten deutschen Übersetzungen und kommt zu dem Resultat, daß die deutsche Übertragung im großen ganzen mit dem serbischen Original übereinstimmt, während die tschechische Version große Abweichungen aufweist. Kapper machte durch allerlei poetische Mittel (dramatische Lebhaftigkeit, Bilderreichtum, pathetische Reden) Stimmung für seine montenegrinischen Helden, die er in denkbar bestem Lichte und so sympathisch als nur möglich zu zeigen sich bemüht. Dazu genügte ihm aber die Prägnanz des Originals nicht, sie erschien ihm zu kühl. Murko bemerkt, daß Kapper „aus den zahlreichen montenegrinischen Heldenliedern ältere und bessere, ja die besten ausgewählt habe, nicht aber jüngere, die oft stark zurückstehen und manchmal schon wie Zeitungsartikel in Zehnsilbern anmuten". Er hebt ferner hervor, daß Kapper zu jenen Dichtern, Schriftstellern und Gelehrten gehöre, die auf Grund 384