Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 394)
- Language
- German
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Die „Zpevy lidu srbskeho"19* sind ein Gegenstück zu den „Gesängen der Serben", ebenso wie die „Gusle" zu den ungedruckten „Historischen Volksliedern der Montenegriner" und der tschechische „Knez Lazar" zum „Fürst Lazar". Sie enthaltet folgende neun Abschnitte: I. Jugend und Liebe; IL Tanz; III. Ernte; IV. Verlobung, Hochzeit und Hochzeitsgesänge; V. Familie; VI. scherzhafte Gedichte; VII. Mythus; VIII. Legenden; IX. Feiertags- und Klagelieder. Die tschechische Ausgabe der serbischen Volkslieder entspricht somit nur dem zweiten Teil der deutschen Ausgabe, denn es fehlen darin die serbischen Heldenlieder, die den ganzen ersten Band und auch noch einen Teil des zweiten Bandes der deutschen Ausgabe füllen. In seinem Nachlaß befinden sich einige tschechische Nachdichtungen serbischer Volkslieder, die der Dichter in seine Sammlung nicht aufgenommen hatte.195 Über das Verhältnis der tschechischen Nachdichtungen zum Original sind bisher noch keine näheren Untersuchungen angestellt worden. Krejci meint,196 daß sie sich zum Original ähnlich verhalten wie die deutschen Nachdichtungen in den „Gesängen der Serben" oder die tschechischen in den „Gusle". Das Buch ist der Fürstin Milena v. Montenegro gewidmet. Die Verleihung des Daniloordens an Kapper197 dürfte auf diese Widmung zurückzuführen sein. Nach den „Zpevy lidu srbskeho" entstanden die „Gusle, ohlasy cernohorske".198 „Es sind Bilder aus den Schwarzen Bergen, wo sich der slavische Geist zum großen Kampfe für die seit Jahrhunderten durch wilde Völker unterdrückte Freiheit vorbereitet, es ist das Echo der Schmerzensrufe und des Kriegslärmes einer Handvoll tapferer Menschen, die sich fast fünf Jahrhunderte gegen den Ansturm zweier großer und mächtiger Völker, der Türken und der Italiener, wehren, es ist ein einzelner Ton im erhabenen Gleichklang der slavischen Wechselseitigkeit, der in allen von Slaven bewohnten Gebieten von Tag zu Tag mächtiger und hoffnungsvoller ertönt."199 Das Buch gliedert sich in zwei Teile: 1. in den Zyklus aus dem fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert „Die Crnojevice" und 2. in die auf den Zeitraum von 1700 bis 1718 sich beziehenden Gedichte „Aus der Zeit der Verteidigung". Der erste Teil handelt von der Freiung einer Venezianerin aus dem Hause Suknojevic durch Djuro Crnojevic, vom Edelmut der Nichte Ivan Crnojevics, die nach ihrer Hochzeit mit dem Walachen Radul vor allem die Öffnung der schrecklichen Gefängnisse ihres Gatten und die Befreiung der Häftlinge veranlaßte, von der schicksalsvollen Werbung Ivo Crnojevics um die Tochter des Dogen von Venedig für seinen Sohn Maxim und vom tragischen Tod Ivo Crnojevics. Die furchtbare Feindschaft zwischen der christlichen Bevölkerung aus den Schwarzen Bergen und der Türken kommt in den fünf Gesängen des zweiten Teiles besonders stark zum Ausdruck. Am Christabend 1702 nehmen 883