Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 393)
- Language
- German
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schienenes deutsches Werk. Wohl setzte er seine deutsche Schriftstellerei auch weiterhin fort; aber diese erstreckte sich nur auf Zeitschriftenaufsätze in Westermanns Monatsheften, in der Revue „Unsere Zeit" und in Rodenbergs „Deutsche Rundschau".192 Weit mehr als dem deutschen Schrifttum widmete sich Kapper in der letzten Phase seines Lebens, zur Zeit des zweiten Prager Aufenthaltes, der tschechischen Literatur. War auch seine schriftstellerische Tätigkeit in tschechischer Sprache nach der Abfuhr, die die „Ceske listy" durch Havlicek erfahren hatten, verschwindend gering, so hörte sie dennoch nie ganz auf. Im Jahre 1852 veröffentlichte er im „Lumfr" das serbische Heldenepos „Päd hradu Stalace". In Jungbunzlau schrieb er für das dortige Blatt „Boleslavan" tschechische Gedichte193 und schickte von dort seine Beiträge auch an die Prager Zeitschriften „Lumir" und „Kvety". „Kvety" 1865 und 1866 bringen von Kapper die küstenländischen Märchen „Talas" und „Dozesna Zorka" sowie die „Svatebni pisne naroda srbskeho". „Lumir" 1866 enthält sechs in elegischem Versmaß verfaßte Aphorismen „Vysluhy" und die „Pisne milostne naroda srbskeho". Damit durften aber die in Dobris und Jungbunzlau entstandenen und in tschechischen Zeitschriften zerstreuten Gedichte kaum erschöpft sein. In Prag, wo Kapper zu den tschechischen Schriftstellern in nähere Beziehungen trat, wurde seine Mitarbeit an den Zeitschriften noch intensiver. Die „Kvety" bringen im Jahrgang 1867 Kappers Aufsatz über Vuk Stefanovic Karadzic, im Jahrgang 1868 eine Anzahl von Gedichten, die in drei Gruppen erscheinen: „Pisne milostne naroda srbskeho" (Nr. 22, 27, 33, 34), „Bäsne naroda srbskeho na Hercegovine" (Nr. 44, 49) und „Legendy vanocni naroda srbskeho (Nr. 52), im Jahrgang 1869 „Srbske balady närodni". Der Jahrgang 1870, der ein Bild Kappers von Fr. Kriehuber und seine Würdigung als Schriftsteller enthält, bringt die Übersetzung der serbischen Legende „Car Duklian a sv. Jan Krtitel". Außer den „Kvety" standen ihm auch noch die Zeitschriften „Svetozor" (1868, „Pisne Srbü mohamedänskych") und „Lumir" zur Verfügung. Im Jahrgang 1873 des „Lumir" veröffentlichte er die serbischen Legenden „Nalezem kfizü", „Sava a Sulejman" im Jahrgang 1874 den „Guslar", eine Probe aus dem Epos „Knez Lazar". Auch diese Aufzählung erschöpft gewiß nicht die ganze Menge der von Kapper in den Jahren 1867 bis 1875 veröffentlichten Gedichte. Seit dem Erscheinen der „Ceske listy" trat Kapper jetzt zum ersten Male wieder mit tschechischen Büchern vor die Öffentlichkeit. So wie er zu Anfang der 50 er Jahre den Deutschen die Schätze südslavischer Volkspoesie erschloß, wollte er diese jetzt seinen tschechischen Landsleuten näherbringen. Wir besitzen von ihm die drei Werke: „Zpevy lidu srbskeho", „Gusle" und „Primorske pohadky". Ein viertes, „Knez Lazar", erhielt sich nur als Manuskript. 382