Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 387)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Prachtwerk repräsentiert. Es war ursprünglich auf mehrere Bände berechnet, denn der vorhandene Band (die erste Sektion) umfaßt nur den nordwestlichen Quadranten Böhmens. Kappers Anteil an dem Werk besteht darin, daß er, mit Ausnahme der Beschreibung Prags, den gesamten Text lieferte. Die 36 prächtigen Stahlstiche stammen von dem Maler Kandier. Kapper nimmt bei der Beschreibung des nordwestlichen Teiles von Böhmen seinen Ausgangspunkt in Prag und wandert über Roztok, das Kladno-Kraluper Kohlengebiet, Schlan, Smecno, Velvarn nach Melnik; dann von Melnik elbabwärts über Raudnitz, Theresienstadt, Leitmeritz, Aussig und Tetschen nach Herrnskretschen. Von der Elbe führt ihn der Weg durchs Eulatal, dem Erzgebirge entgegen nach Zinnwald, Teplitz- Schönau, Dux, Klostergrab, Ossek und Brüx. Nun zieht er die Eger aufwärts über Laun, Postelberg, Saaz, Komotau, Kaaden, Klösterle, Preßnitz, Weipert, Gottesgab, Graslitz, Joachimsthal, Schlackenwert, Karlsbad, Elbogen, Falkenau, Franzensbad, Eger, Königswart, Marienbad, Tepl, Plan und Weseritz nach Schwamberg. Schließlich kehrt er durch das Mies-Beraungelände über Mies, Kladrau, Pilsen, Beraun nach Prag zurück. Der Abschnitt über Prag, der dem Werk als besonderer Anhang beigegeben ist, stammt, wie aus einer Fußnote hervorgeht, nicht von Kapper. Der Verfasser ist aber nicht genannt. „Geschichte, Poesie und Kunst sind hier vereinigt in einem Werke, das den Leser und Beschauer auf den Flügeln der Phantasie durch das schöne Böhmen geleiten soll, nicht als ein gemieteter, kalter Führer, sondern als mitteilsamer, vielerfahrener Freund, unterhaltend, belehrend, immer anregend", heißt es in dem vom Verlag herausgegebenen „Prospectus". In der Tat ist das Buch sehr anregend geschrieben. Kapper zeichnet die gesamte Landschaft, durch die er den Leser führt, Berg und Tal, Stadt und Land. Besondere Vorliebe zeigt er für Schlösser und Ruinen. Über sie berichtet er besonders ausführlich. Die Landschaft interessiert ihn nicht nur von der geologischen und geographischen Seite, sondern er schenkt auch ihren Kulturen (z. B. Weinbau bei Cernosek, Hopfenbau bei Saaz) und Naturschönheiten große Aufmerksamkeit. Die Beschreibung der Städte, die er durchwandert, erfolgt in der Weise, daß er, wenn nötig, ihren Namen erklärt, die Physiognomie darstellt, um schließlich ihre Geschichte und alles über die Stadt Wissenswerte (z. B. bei Roztok über Dr. Ludwig Löhner, bei Leitmeritz über den dort geborenen deutschen Dichter Hilscher und den dort verstorbenen tschechischen Dichter Mächa, bei Tetschen über die Familie Thun) mitzuteilen. Das Hauptgewicht legt Kapper auf die Geschichte und man könnte das Werk mit Recht als eine topographische Geschichte Böhmens bezeichnen. Seine achtunggebietenden Kenntnisse der böhmischen Sage und Geschichte kommen hier voll zur Geltung. 876