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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 386

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 386)
Language
German
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dieser Anzeige große Unannehmlichkeiten. Da aber der Anzeiger und Hauptzeuge seine Aussagen wiederholt änderte und dadurch seine Vertrauenswürdigkeit erschütterte, sah der Staatsanwalt von der Erhebung einer Anklage ab. Er machte aber der Prager Statthalterei und dem Wiener Polizeipräsidium von dem Vorfall Mitteilung und dieses erbat sich von der Prager Statthalterei einen Bericht über Kappers Persönlichkeit.178 Aus dem in der Beilage (unter Nr. 7, S. 404f.) abgedruckten Schriftstück geht hervor, daß Kapper bei der k. k. Behörde aus politischen Gründen mißliebig war. Das Dokument, das die damaligen politischen Verhältnisse in Jungbunzlau grell beleuchtet, spricht nicht gegen Kapper. Von dem Makel, den ihm der Bezirks Vorsteher so schwer ankreidet: daß er „Schöngeist und Schriftsteller" sei, für die ultraczechische Partei agitiere, in deutschen und tschechischen Zeitungen regierungsfeindliche Artikel schreibe und ein Schwager des „berüchtigten" Moritz Hartmann sei, ist er vor der Geschichte reingewaschen. Alle übrigen Vorwürfe, die sich auf Kappers Charakter beziehen, scheinen auf Stadtklatsch zu beruhen und persönlichen Antipathien zu entspringen. Seine Reiselust konnte Kapper im Jahre 1863 wieder einmal befriedigen . Er besuchte in diesem Jahr die Schweiz. Der Weg führte ihn über München, Lindau, Konstanz nach Zürich. Die Rückreise nahm er über Ulm, Stuttgart und Nürnberg.179 Im Sommer des Jahres 1866 brach der österreichisch-preußische Krieg aus. Am 24. Mai 1866 klagt Kapper in einem Brief an Hartmann180 über die großen Verluste, die er durch die Geldentwertung erlitten hat, und über den durch die Stockung im täglichen Erwerbe erlittenen Schaden. „Da der Arzt ein Luxusartikel ist, so versagt es sich vorläufig ein jeder, ihn zu bezahlen". Im Jahre 1866 war Kapper für eines der Truppenspitäler in Italien in Vormerkung genommen, zugleich aber zur Übernahme des Jungbunzlauer Truppenspitals durch Verordnung des Generalkommandos bestimmt. Er blieb daheim und wurde so der Schreckenszeuge von Podol, Münchengrätz und Königgrätz ,181 Mit dem Kriege kam auch sein treuer Begleiter, die Choleraepidemie, ins Land. Kapper wurde selbst von ihr heimgesucht und lag längere Zeit gefährlich krank darnieder. Die Rekonvaleszenz verbrachte er im August in der frischen Gebirgsluft Reichenbergs. Kappers Jungbunzlauer Zeit ist nicht allzu reich an literarischen Produkten. Wohl schrieb er eine Anzahl von Aufsätzen in Zeitschriften wie „Westermanns Monatshefte", „Freya", „Familienbuch des österr. Lloyd", „Slavische Blätter", „Kvety", „Lumir"182 u. a., in Buchform erschien lediglich das groß angelegte Reisewerk „Das Böhmerland". Dieses183 ist ein Seitenstück zu den „Böhmischen Bädern", freilich ein viel wertvolleres, das sich schon in seiner äußeren Aufmachung als 375

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