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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 384

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 384)
Language
German
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wesen sein. Darauf deuten die Anerkennungsschreiben, die Kapper zu erlangen suchte, wahrscheinlich, um anderswo leichter Eingang und gute Aufnahme zu finden. Am 16. April 1858 wurde ihm vom Kreispräsidium Prag die belobende Anerkennung „für die dem Revaktinationsgeschäfte gewidmete besondere Sorgfalt zur Förderung der Zwecke der Impfanstalt'4 ausgesprochen.169 Am 29. Jänner 1859 erhielt er vom Stadtrat in Dobris ein Dankschreiben „für die aufopfernde und menschenfreundliche Mühewaltung, mit der er sich seit dem Jahre 1854 die Behandlung der hiergemeindlichen Kranken unermüdlich und zu jeder Zeit habe angelegen sein lassen".170 Am 2. Juni 1859 suchte Oberst Rotter vom zweiten k. k. Gendarmerieregiment in Prag beim Statthaltereipräsidium an, es möge dem Dr. Siegfried Kapper in Dobris „anläßig seines humanen und uneigennützigen Wirkens die hohe Anerkennung zuteil werden lassen". Dr. Kapper habe seit 1853 die Gendarmerie in Dobfis in vorkommenden Erkrankungsfällen bereitwillig, mit Hintansetzung seiner anderweitigen Obliegenheiten und ohne jedes Entgelt behandelt. Das Gesuch fand eine günstige Erledigung und Kapper wurde am 10. Februar 1860 die belobende Anerkennung des k. k. Statthaltereipräsidiums ausgesprochen .171 Der italienische Feldzug fand mit dem Frieden in Zürich am 10. November 1859 seinen Abschluß. Kapper übersiedelte im Herbst 1860 als praktischer Arzt nach der Kreisstadt Jungbunzlau .172 Was ihn dazu bewogen haben mag, sein Domizil gerade dorthin zu verlegen, wo sich bereits vier Ärzte befanden (darunter die drei jüdischen Ärzte Dr. Neustadtl, Dr. Winterberg und der Wundarzt Dr. Lichtenstadt), entzieht sich unserem Wissen. V. Jungbunzlau Die politischen Verhältnisse in Jungbunzlau um das Jahr 1860. Kappers Teilnahme am politischen Leben. Das Kriegsjahr 1866. „Das Böhmerland". Es war bald nach dem großen Brand, der das ganze Ghetto und sechzehn Christenhäuser vernichtet hatte, als sich Kapper in Jungbunzlau niederließ. Damals, nach dem Sturz des Bachschen Absolutismus (1859) und der Erlassung des Oktoberdiploms (1860), zeigten sich in Jungbunzlau die ersten Anzeichen eines tschechischen Nationallebens. Die Stadt war bis dahin ganz deutsch. An ihrer Spitze stand der Bürgermeister Josef Germarz, ein Deutscher. Die Gemeindeprotokolle wurden deutsch geführt, die Aufschriften in der Stadt waren deutsch (erschien irgendwo 373

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