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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 382

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 382)
Language
German
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schenkt, sondern er nennt alle Städte und Städtchen, die auf der Reiseroute liegen (z. B. Eger, Königswart, Tepl, Petschau, Joachimstal, Bilin und viele andere) und teilt das Wissenswerte über sie mit. Wie in seinen Beschreibungen der südslavischen Länder tritt auch hier das Historische und Ethnographische, nicht zum Schaden des Buches, stark in den Vordergrund. Als Reiseführer unbrauchbar, hat das Buch heute nur mehr historische Bedeutung. Wie sonderbar mutet es uns an, wenn wir z. B. lesen, daß Hof, Plauen, Werdau, Aussig und Prag die Anhaltepunkte sind, von denen der Reisende mit Wagen nach Franzensbad gelangen konnte! Das Buch ist so lebendig geschrieben, die historischen Exkurse und die Partien über die Bewohner der beschriebenen Gegenden, z. B. die Erzgebirgler oder die Petschauer Musikanten, sind so anziehend, daß es auch heute noch lesbar ist. Im Sommer 1859 erschien Kappers Übersetzung der Königinhofer und Grünberger Handschrift.1*3 Es ist nicht ausgeschlossen, daß die anonymen Feuilletons „Handschriftliche Lügen und palaeographische Wahrheiten" in David Kuh's Tagesboten aus Böhmen 1858, Nr. 276 f., die einen Prozeß Hankas gegen Kuh zur Folge hatten, den Handschriftenstreit von neuem entfachten und so die Aktualität der „altböhmischen Denkmäler" neuerdings hervorriefen, den äußeren Anlaß zu Kappers Übersetzung ins Deutsche bildeten. Er ist der vierte, der sich der Übersetzungsarbeit unterzieht. Vor ihm taten es W. A. Svoboda (1818 und 1829), Math. Graf Thun (1845) und Moritz Hartmann (1847).164 Kappers unerschütterlicher Glaube an die Echtheit der Handschriften geht nicht nur aus dem Untertitel der Übersetzungen „Altböhmische Poesien aus dem neunten bis dreizehnten Jahrhundert" hervor, sondern auch aus den Ausführungen in der „Vorherbemerkung". Er sagt zwar dort, daß eine Erörterung der Frage über die Echtheit der Handschriften die Aufgabe „berufener", in den Arsenalen der Sprachforschung, der Altertumskunde und der Handschriftenkenntnis genugsam gerüsteter Fachmänner bleiben müsse, dennoch aber weist er die Argumente Büdingers, eines gewiß „berufenen Fachmannes" recht unwirsch zurück. In der Einleitung zu den „Gesängen der Serben" (S. X) weist er auf die „auffallende Identität zwischen dem serbischen Liede und den ältesten Denkmälern slavischer Poesie in der Königinhofer Handschrift" in bezug auf die äußere Form hin und schließt daraus auf eine „geistige Verwandtschaft" beider Dichtungen. Merkwürdig ist, daß Kapper, dem vor Jahren diese Ähnlichkeit in die Augen fiel, jetzt, wo Büdinger dasselbe sagt, gegen ihn polemisiert. Büdinger zieht freilich aus der Ähnlichkeit einen Schluß auf die Unechtheit der Denkmäler, indem er behauptet, der moderne Fälscher hätte sich die Form des serbischen Volksliedes (den 371

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