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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 381

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 381)
Language
German
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IRI
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auch kein Jude ist, mit seinem Namen wenigstens an einen Juden erinnert. „Vorleben eines Künstlers" ist übrigens Kappers erstes belletristisches Prosawerk, in dem das Judentum völlig ausgeschaltet ist. An Goethes Meisterwerk kann das „Vorleben eines Künstlers" nicht gemessen werden; dennoch kann man ihm gewisse Vorzüge nicht absprechen. Kappers Roman zeichnet sich durch trefflichen Aufbau, durch gute Zeichnung der Charaktere und durch Natürlichkeit des Dialogs aus. Die Gestalten, z. B. die der wackeren Frau Grün, der tränenseligen Base Winkelmann, des prächtigen Löffler, von dem der Pfarrer zu sagen pflegte, er erscheine nach außen struppig und widerhaarig, weil er was Recht's inwendig sitzen habe, der schönen Seele Malvine, der vom Theater besessenen Hortense, des treuen Dieners Klinkhart und des satanischen Geschäftsleiters Langhans, schließlich des Helden Oswald Grün selbst sind recht scharf gezeichnet. Stark abgenützt ist im Roman freilich das Mittel des Zufalls, welches eine zu große Rolle spielt (z. B. die Begegnung Oswalds mit dem Intendanten von Steineck, die Verhinderung Kerners am Auftreten u. a. m.) und dessen sich Kapper bedient, um die Handlung vorwärts zu treiben. An „Herzel" und „Falk" gemessen, bedeutet das „Vorleben eines Künstlers" einen Fortschritt in Kappers dichterischem Schaffen. Umsomehr muß es uns Wunder nehmen, daß er dem Roman nicht treu blieb, sondern seine so kurz bemessene Zeit anderen, offenbar einträglicheren literarischen Arbeiten, der Reisebeschreibung, widmete. Die „Böhmischen Bäder" sind ein Reisebuch, das Brockhaus im Jahre 1857 in seiner „Reisebibliothek" herausgab. Die Legitimation für die Abfassung eines solchen Werkes besaß Kapper nicht nur als bewährter Reiseschriftsteller („Südslavische Wanderungen", „Christen und Türken"), sondern auch als Arzt und guter Kenner seiner Heimat Böhmen. Wenn wir auch über seine Kenntnis Böhmens in den Schriften nicht allzuviele Belege haben, so dürfen wir aus dem 15. und 16. Kapitel des Romanes „Herzel und seine Freunde" aus einigen Bemerkungen des „Böhmerlandes"162 oder aus dem Aufsatz „An Geborge" in R. Waldhaus „IUustr. Führer ins Riesengebirge" schließen, daß er als junger Mann nach damaliger Studentensitte das Böhmerland kreuz und quer durchreiste. Kappers Buch schildert eine Reise durch die böhmischen Bäder, und zwar von Franzensbad über Marienbad und Karlsbad nach Teplitz. Den Verfasser interessiert die geologische Beschaffenheit des Gebietes, die Geschichte eines jeden Ortes, er beschreibt die Physiognomie der einzelnen Bäder, ihre Quellen, deren chemische Zusammensetzung und Heilwirkimg, das gesellschaftliche Leben in den Badeorten, die Ausflüge in die Umgebung u. dgl. Kapper beschränkt sich aber nicht nur auf die Beschreibung der Kurorte, denen er natürlich die größte Aufmerksamkeit 370

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