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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 377

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 377)
Language
German
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Rodenberg u. a. Er hatte den besten Willen, das „Jahrbuch" auf einem möglichst hohen Niveau zu halten. In einem Brief vom 15. August 1856, in dem er Hartmann um einen Beitrag ersucht, schreibt er diesem: „Es handelt sich mir darum, mit schonungsloser Ausmerzung alles Mittelmäßigen und Aufdringlichen durchaus vorzügliche Namen und Leistungen zu bringen. Für Mendl150 u. dgl. habe ich entschieden keinen Platz. Lieber breche ich den Vertrag und zahle an den Verleger Entschädigung. Ich habe mich an eine Anzahl tüchtiger Poeten gewandt und auch schon sehr schöne Beiträge erhalten."151 Trotz dieser stolzen Worte mußte er sich aber schließlich dennoch zu Konzessionen an „Mittelmäßigkeiten" verstehen und sich nachstehende herbe Kritik Hartmanns gefallen lassen: „Ich bin erstaunt, daß Du soviel auf die Freundschaft und Mitarbeiterschaft Wolfgang Müllers152 hältst, der doch nichts als ein bloßer Nachahmer aller vorhandenen Dichter ist, ein Kieselack aller Zeitungen und Almanaehe, den ich mir lieber vom Halse halten möchte, um nicht durch seine bloße Gegenwart meinem Album den Anstrich der Banalität zu geben. Überhaupt hast Du zu viele dieser konventionellen Mitarbeiter, die man überall findet, die einem solchen Album etwas Handwerksmäßiges geben, die Mittelmäßigkeit repräsentieren und im vorhinein den ganzen Charakter erraten lassen. Vor Leuten wie Ida von Düringsfeld, dem talentlosen und immer abgeschmackten Gottschall, Amely Bölte, Prechtler, Bernt von Gusek würde ich mich hüten wie vor der Platitüde überhaupt. Damit hast Du zugleich meine Kritik Deines Jahrbuchs."153 Kapper selbst hatte für den ersten Band des Almanachs, für Landts „Album der Erinnerungen" (1855) das aus dem Jahre 1843 herrührende Trostgedicht an einen verzagenden Freund, „Einem Freunde", beigesteuert. Der Almanach auf das Jahr 1857 enthält von ihm das naturbeschreibende Gedicht „Späte Nelken" (ein Kranz später Nelken regt den Dichter nach langer Pause zu neuem Sang an) und fünf mittelmäßige Liebesgedichte („Wie bist Du auferblüht", „Du liebst", „Laß walten", „Asyl", „Segen des Kusses"). Im „Jahrbuch" auf das Jahr 1858 veröffentlicht Kapper sechs „Erzgebirgische Lieder" („Wiegenlied zur Winterszeit", „Aufbruch im Frühjahr", „Morgenchoral in der Fremde", „Musizierende Brautleute", „Der kleine Kunstjünger", „Die Heimkehr"). Es sind im Volksliederton verfaßte Gedichte aus dem Leben der Erzgebirgs-Musikanten, die, von Not getrieben, im Frühjahr ihre Heimat verlassen und bis zum Einbruch des Winters in der Welt herumziehen. Das erschütternde Elend der Erzgebirgsbewohner findet darin seinen Ausdruck. Ein Bruch mit dem Verleger Bellmann hatte zur Folge, daß Kapper seine Stelle als Redakteur des „Jahrbuches" zurücklegte. Darauf deutet der Brief an Hartmann vom 6. Feber 1859 hin: „Was Deine Sache mit 366

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