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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 373

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 373)
Language
German
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IRI
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nisse des Volkes fortlebt. Die von der Talvj bereits übersetzten Lieder übergeht Kapper. Während die Lazar- und Markolieder vorzugsweise die im Kampfe für Gott und Vaterland, für Recht und Ruhm sieh betätigende Manneskraft verherrlichen, werden in diesen Gesängen mehr Liebesabenteuer, Familienzwiste, Freundschaftsverhältnisse, Züge aus dem Räuberleben u. ä. besungen. Die Poesie zieht sich von der großen Welt in die kleine zurück, an die Stelle des Heroismus tritt die Romantik, die Gestalten unserer Lieder sind nicht mehr wolkenhafte Halbgötter, sondern menschliche, innerlich bewegte Wesen.135 Drei Themen werden in den epischen Gesängen vorzüglich behandelt: 1. der Triumph des Christentums über den Islam, aber nicht etwa, wie er sich durch äußere Macht und Herrschaft, durch siegreiche Kriegstaten und Heldenkämpfe, sondern durch unerschütterliche Glaubenstreue kundgibt; 2. die Romantik des Räuber- und Haidukenlebens; 3. die Romantik der Liebe, die in den zahlreichen Entführungen der Türkenmädchen durch Christen oder Christenmädchen durch Türken, in den Überfällen heimkehrender Hochzeitszüge und in den sich daran knüpfenden Abenteuern, in der Bestrafung treuloser Frauen u. ä. liegt. Neben den Heldengesängen enthält die Sammlung auch noch andere Gattungen von Gedichten, und zwar zwei Reigen, (etwa 80) Frauenlieder, ferner Familienlieder, Liebesgeschichten, Legenden und Gesänge der Blinden, Trauergesänge und Tischgesärige. Die „Gesänge der Serben" sind deutsche Übersetzungen der bei Vuk vorgefundenen Lieder. Daran ändert auch die zyklische Zusammenstellung nichts. Die Übertragungen stimmen im großen ganzen mit den Originaldichtungen überein; nur „Vuk Andjelitsch" (IL, 40) entstand aus zwei serbischen Versionen. Durch die Kontamination wurde eine lebhaftere Handlung erzielt, die Szenen sind bewegter und die Tapferkeit des Helden tritt deutlicher hervor. Aber Kapper ließ sich, offenbar infolge der Massenproduktion, die er damals entfaltete, Flüchtigkeiten, Ungenauigkeiten und Fehler zuschulden kommen, die dem Buche Abbruch tun.136 Als wesentlichen Mangel bezeichnet Krejci die Außerachtlassung der für die slavische Volkspoesie im allgemeinen und für die serbische im besonderen so charakteristischen Wiederholungen, sei es Wiederholungen ganzer Verse oder einzelner Wörter beziehungsweise Ausdrücke am Anfang und Ende eines Verses. Wo sich das Original einer knappen Ausdrucksweise bedient, ist die Übersetzung ab und zu weitschweifig. Manchmal bleibt die Übersetzung aus formalen Gründen hinter dem Original zurück, indem sie das, was dort scharf und prägnant gesagt wird, in verwässerter Form wiedergibt. Kapper gestattet sich auch willkürliche Änderungen, er läßt einzelne Stellen weg, macht Zusätze, 362

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