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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 372

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 372)
Language
German
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zum Zaren Serbiens erhoben. So siegreich er auch anfangs die Türken bekämpfte, in der großen Schlacht bei Kossovo erlag er, von Vuk Brankowitsch verraten, der gewaltigen Übermacht Murads und mit ihm ging auch das kaum erblühte Serbenreich wieder zugrunde. Schon beim Lesen dieser knappen Inhaltsangabe wird man fühlen, daß der Hauptheld Lazar zu weit in den Hintergrund gedrängt ist, so daß der Dichtung eine Zeitlang ihr Schwerpunkt entzogen wird.180 Diesem Mangel stehen aber bedeutende Vorzüge gegenüber, wie z. B. die glückliche Anordnung der Gedichte, die gelungene Nachahmung der serbischen Heldenlieder in Ton, Sprache und Form, der Wohllaut der Übersetzung u. a. In „Lazar dem Serbencar" schuf Kapper ein Werk, dem wahrer und echter Volksgeist innewohnt, in dem sich die sittlichen und politischen Zustände des geknechteten serbischen Volkes klar widerspiegeln. Und so kann es uns nicht wundernehmen, daß Kappers deutsche Lazarica auch zum Lieblingsbuch gebildeter serbischer Kreise wurde.131 In den „Gesängen der Serben"1*2 knüpft Kapper an die Mitteilungen der Talvj an und verfolgt den von ihr betretenen Weg, ohne sich freilich, wie wir noch sehen werden, derselben Gewissenhaftigkeit bei der Übersetzung zu befleißen. Er scheidet die Lieder von Kossovo und die vom Königssohne Marko aus, da sich diese zum Teil in der Sammlung der Talvj befinden und er sie teilweise im „Zar Lazar" verarbeitet hatte, und beginnt gleich mit den Liedern aus dem Ende des 14. und dem Anfang des 15. Jahrhunderts.183 Sie gewähren uns Einblick in die ethischen und sozialen Zustände, in die Weltanschauung und Moral, in die Denk- und Fühlweise, in die Ansichten über Leben und Recht der Serben. Daß der Dichter nicht nur mit der Sprache und der Poesie, sondern auch mit dem Leben und der Sitte des serbischen Volkes durch unmittelbaren Verkehr wohl vertraut war, kam ihm sehr zustatten. Die meisten der mitgeteilten Gesänge, deren Originale sich in der sechsbändigen Sammlung des Vuk Stefanowic Karadschic befinden, und von denen Kapper einen großen Teil selbst zu hören Gelegenheit hatte, stammen aus dem Königreiche Serbien, aus Bosnien, aus Dalmatien, aus den Grenzorten der Herzegowina, aus Montenegro, dann auch aus Slavonien, Syrmien, der Batschka und dem Banate. In seinem Streben nach Bildung von Liederzyklen traf Kapper die Anordnung, daß jene Gesänge, die von einem und demselben Helden handeln, in eine Gruppe zusammengestellt sind, z. B. „Die Jakschitsche", „Janko der Cataraner und sein Sohn Stojan Jankowitsch", „Starina Nowak und seine Söhne", „Iwo der Zengger". Ein Abschnitt ist den neun Haiduken:134 Mihat, Iwo, Manoilo, Wischnitsch Jowan, Rado von Sokol, Wukosaw, Mato dem Horwaten, Luka Galowran und Bujadin gewidmet. Durch diese Anordnung zeigt der Dichter, wie dieser und jener Held im Gedächt- 861

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