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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 369

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 369)
Language
German
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und anderen interessanten Dingen bekannt. Auf dem Jahrmarkt lernen wir den Guslaren Mirko, seine Lebensgeschichte und seine Lieder kennen. Von dort machte Kapper einen Ausflug nach Bosnien, lernte die unerhörte Verwahrlosung des von den Türken beherrschten Gebietes kennen und überzeugte sich von der furchtbaren Bedrückung, der die bosnischen Christen, Raja genannt, seitens der türkischen Paschas ausgesetzt waren. Er besuchte die serbische Festung Barbir, wo er ein besonders krasses Bild von türkischer Unwirtschaft und Korruption vorfand. Dort begegnete er einem Wiener Studiengenossen, Eduard S., der den mohammedanischen Glauben angenommen hatte und nun als Militärarzt in Barbir tätig war. Kapper bemerkt, daß in der letzten Zeit Tausende von Franzosen, Engländern, Italienern und Deutschen nach Konstantinopel ausgewandert seien, um hier den Turban anzunehmen und sich dadurch eine erfolgreiche Zukunft zu sichern. Haben wir bei den beiden früheren Werken auf den großen Wert hingewiesen, den sie durch die Darstellung des serbischen Aufstandes als historische Quelle bis auf den heutigen Tag besitzen, so können wir nicht umhin zu bemerken, daß der besondere Vorzug des Buches „Christen und Türken" in der Beschreibung des Lebens der Grenzer, in der Beleuchtung der Orientfrage, vor allem aber in dem Exkurs über serbische Volkspoesie liegt ,121 Dieser erstreckt sich über mehr als ein Drittel des ganzen zweiten Teiles (S. 156-244) und Kapper macht darin den Leser mit dem Heldenkreis der südslavischen Poesie bekannt: mit Zar Duschan, Jug Bogdan, Gojko und Ugljescha Wukaschin, Zar Lasar, Milosch Obilitsch und Vuk Brankowitsch. Die Markolieder ausführlicher zu behandeln darf sich Kapper versagen, da er ihnen ein ganzes Kapitel in den „Südslavischen Wanderungen" widmete. Dafür beschäftigt er sich mit der Liedergruppe, die die Geschichten der Brüder Jakschitsch umfaßt. Ferner zeigt er, welche Rolle Familie, Wahlgeschwistertum und Patentum im serbischen Volkslied spielen, und behandelt schließlich das Hajduken- und Tschetentum. Kapper erweist sich in diesem Exkurs als sehr gründlicher Kenner der südslavischen Volkspoesie, der es außerdem noch versteht, sein Wissen dem Leser in sehr anziehender Form zu vermitteln. Wir erfahren aus seinen Ausführungen, wie sehr bei den Südslaven die Geschichte durch die Poesie vertreten wird und welche Bedeutung die Lieder für den Erforscher der sittlichen und politischen Zustände der südslavischen Länder haben. Murko korrigiert diesen Standpunkt,122 indem er meint, daß Kapper ebenso wie die serbischen Romantiker die Politik auf die Volkslieder gegründet habe, ja daß er ihnen auf diesen verhängnisvollen Pfaden sogar vorangeleuchtet habe. Den Höhepunkt seines Schaffens erreichte Kapper in seinen südslavischen Poesien: „Fürst Lazar" und „Gesänge der Serben4'. Kapper 358

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