Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 368)
- Language
- German
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der Militärgrenze, der Batschka, des Banates und Syrmiens unter der Führung von Stratimirowitsch, Knitschanin u. a. an heldenmütigen Leistungen vollbrachten, welchen Verfolgungen sie von Seiten der ungarischen Behörden und Nationalgarden ausgesetzt waren (Hinrichtungen und sizilianische Vespern waren an der Tagesordnung), welche Rolle der zum Patriarchen gewählte Metropolit von Karlowitz Rajatschitsch und der glavni odbor im Aufstand spielten, wie die Serben, die sich vertrauensvoll an die österreichische Regierung wandten, von dieser betrogen wurden, da an Stelle der Magyarisierung die Germanisierung trat, darüber berichtet Kapper ebenso eingehend wie interessant. Den politischen Verwicklungen (den äußeren, aber auch den inneren) widmet er ebensoviel Aufmerksamkeit wie den Kriegsereignissen. Er schildert den Ablauf des für die südungarische Bevölkerung so schicksalsvollen Jahres in einem Fluß und mit einer Lebhaftigkeit, wie wir sie sonst bei wissenschaftlichen Monographien zu vermissen pflegen, und er führt dem Leser die Entwicklung der Ereignisse so klar vor Augen, daß sie dieser mitzuerleben glaubt. Kappers Buch bleibt auch heute noch eine wichtige und nicht zu umgehende Quelle für den Historiker der Revolution in den Jahren 1848/49, deren Teil der serbische Aufstand war. Es bildet, da der Verfasser mit seinen Sympathien ganz auf Seite der aufständischen Serben steht, ein wünschenswertes Gegengewicht gegen die einseitigen ungarischen und deutschen Darstellungen. Kappers Monographie fand bei den Südslaven großen Anklang und wurde von Svetozar J. Zdravkovic ins Serbische übersetzt. Ein Seitenstück zu den „Südslavischen Wanderungen" bildet das Buch „Christen und Türken".120 Es schildert die Reise von Sisek über Semlin nach Orsova. Die Schiffahrt weiter fortzusetzen, hinderten Kapper die Kriegsverhältnisse. Es war unmöglich, „zwischen der Scylla Gortschakoff und der Charybdis Omer-Pascha" durchzukommen. Auch bei dieser Reise machte er von der Reiseroute Abstecher ins Innere des Landes, sowohl zu den kroatischen Grenzern als auch zu den bosnischen Türken. Sehr ausführlich berichtet er über das Leben der Bewohner in der Militärgrenze, deren Beruf es anfangs war, als Schutzwall gegen die Einfälle der Türken zu dienen, die aber später überall dort eingesetzt wurden, wo Österreich irgend eine Gefahr drohte. Er dringt umso tiefer ins Leben dieser Militärsklaven ein, als er eine Strecke Weges in Begleitung des mit den Verhältnissen in der Militärgrenze wohlvertrauten Athanassje Pawlowitsch, der es nach 30jähriger Dienstzeit im Grenzkorps vom Unteroffizier zum Leutnant brachte, zurücklegte. Kapper macht uns mit der Grenzverwaltung, den Grenzschulen, dem Leben in einem Stabsorte, mit dem Treiben während eines Jahrmarktes dortselbst 357