Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 367)
- Language
- German
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- Banat 3× ep/1272623
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bekannt und widmet den Heldentaten des Königssohnes Marko einen besonderen Abschnitt. Im zweiten Bande führt er den Leser nach Weißkirchen, den Stabsort des Grenzerregiments, in das Bergstädtchen Orawitza, wo er bei seinem Prager Jugendfreund, dem Dichter Friedrich Bach, der dort als Arzt wirkte, zu Besuch weilte (hier verbreitet sich Kapper nebst anderem auch über das Räuberunwesen im Banat) und schließlich in die für die Geschichte des Serbenaufstandes so wichtigen Orte Katsch, Tamarin und Szent Tomas, die er mit dem serbischen General Stratimirovic bereiste, welcher ihn über alle Details des Krieges mit Ungarn unterrichtete. Kapper schildert in den „Südslavischen Wanderungen" Land und Leute der von ihm bereisten Gegend (Batschka und Banat), ihre Sitten und Bräuche, ihre Not, in die sie durch die Kriegswirren geraten sind. Nicht selten finden wir Anspielungen auf seine Heimat. Beim Besuch des Klosters zu Karlowitz erwähnt er dessen Erzpriester Stamatovic, welcher unter der Wenzelsstatue auf dem Roßmarkt zu Prag die große slavische Messe las und durch sein „Gospodine pomiluj" Tausende und Abertausende Anwesender begeisterte. Er nannte in seinem Gebet die Namen eines Hus, 2izka, eines Dobrovsky und Jungmann,was auf die versammelten Zuhörer außerordentlichen Eindruck machte. Auf der Reise gab sich Kapper stets für einen Tschechen aus, und als jeder der Gäste im Hause von Usta Hassan ein Lied zum besten gab, stimmte Kapper den Hussitengesang „Kdo jsou bozf bojovnici" an. Auch über die Juden, denen er auf der Reise begegnete, gibt Kapper bereitwillig Auskunft. Er erzählt das Schicksal eines kleinen Judenjungen, der im Hafen von Neusatz Trägerdienste leistete, und berichtet über die jüdischen Geldwechsler in Belgrad (L, 252 f.) sowie über das Belgrader Ghetto, die sogenannte „Jalia" (L, 330 f.). Wie die Juden vor allem anderen durch das Räuberunwesen des Banates litten, sehen wir aus dem Schicksal des Juden zu Guruja (IL, 71 f.). Mit dem Aufstand der Serben aus der Batschka und dem Banat gegen Ungarn beschäftigt sich Kapper auch noch in dem Buch „Die serbische Bewegung in Südungarn".119 Den Ereignissen, die Kapper in den „Südslavischen Wanderungen" nur nebenbei geschildert hatte, widmet er hier eine eigene (280 Seiten zählende) Schrift, in der die Begebenheiten in ihrer historischen Entwicklung und in allen Einzelheiten dargestellt werden. Kapper beginnt (nach einer sehr interessanten Beschreibung der nationalen Verhältnisse in den österreichischen Erbländern und im Ländergebiet der ungarischen Krone sowie des Sprachenkampfes) mit der Nationalversammlung von Karlowitz am 1. (13.) Mai 1848 und schließt mit dem Zusammenbruch des serbischen Heeres und aller serbischen Hoffnungen auf Freiheit und Selbständigkeit im März 1849. Was die Serben 356