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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 366

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 366)
Language
German
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IRI
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Falk, der Held des Romanes, ist studiosus medicinae und nimmt bei dem Dorf juden Schönzweig eine Hofmeisterstelle an, um so viel Geld zu verdienen, daß er sein Doktorexamen machen kann. Er ist der gute Geist der Familie. Seine Zöglinge belehrend und erziehend, impft er ihnen den Sinn für alles Schöne und Gute ein. Aber sein Einfluß erstreckt sich nicht nur auf die ihm anvertrauten Kinder Schönzweigs, sondern auch auf die erwachsenen, die sich bereits im Geschäfte betätigen. Und so hängen alle Kinder des reichen Kaufmannes mit Liebe an ihrem freundschaftlichen Erzieher und Berater. Schönzweig kann seinem Hauslehrer die Achtung nicht versagen, aber im Grunde betrachtet er ihn doch nur als einen bezahlten Angestellten, gerade so wie seinen Aufseher, nur daß er jenem seinen größten Schatz, seine Kinder, anvertraut. Nachdem es Falk klar geworden war, daß ihn Schönzweigs erwachsene Tochter Hanna liebt, hält er um ihre Hand an. Dies betrachtet Schönzweig als unerhörte Anmaßung seines Hauslehrers. Es kommt zu einer heftigen Auseinandersetzung und Falk sieht sich gezwungen, noch am selben Tag das Haus seines Brotgebers zu verlassen. Nach 15 Jahren, die er zum großen Teil als Arzt in Amerika verbracht hatte, und in denen er zu beträchtlichem Wohlstand gelangt war, kommt er wieder in seine Heimat. Da führt ihn der Weg durch das Städtchen, wo Schönzweig als 70 jähriger Greis mit seinen Kindern und Kindeskindern in Glück und Zufriedenheit lebt. Das Unrecht, das er an Falk begangen, hat er oft bedauert. Falk heiratet Hanna, die ledig geblieben war, weil sie sich zu keinem anderen Manne entschließen konnte. Die meisten Ghettogeschichten, die Kapper bisher geschrieben hatte, sind in diesem Roman als Episoden eingefügt. Falk erzählt sie seinen Zöglingen bei verschiedenen Anlässen. Von den Publikationen über Südslavien seien nur die in Buchform erschienenen erwähnt. Da sind vor allem die aus zwei Bänden bestehenden, durch scharfe Beobachtung wie auch durch sicheres Urteil über Menschen und Dinge hervorragenden „Südslaviscfien Wanderungen"113 zu nennen. Im ersten Band beschreibt Kapper zunächst die Städte Neusatz, Karlowitz und Semlin, wobei er sich mit den Kriegswirren zur Zeit des Serbenaufstandes in den Jahren 1848 und 1849, in denen diese Orte eine bedeutende Rolle spielten, recht eingehend beschäftigt. Von Semlin unternahm Kapper einen Ausflug nach Belgrad, und der Beschreibung dieser Stadt ist der weitaus größte Teil dieses Bandes (S. 65-237) gewidmet. Kapper schildert den ersten Eindruck, den er von Belgrad empfing, das Leben in der Stadt, sehenswerte Gebäude, interessante Persönlichkeiten, mit denen er bekannt wurde (z. B. den Führer im Serbenaufstand, General Knicanin), das Dasein der Emigranten, die serbische Gastfreundschaft, er macht den Leser mit der serbischen Volkspoesie 355

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