Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 363)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2644300-2644315--2767-2647113- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
vember 1848). Wenn Kapper trotz solcher publizistischer Ausschreitungen nicht eingezogen wurde, so scheint ihn nur die Anonymität seiner Aufsätze davor bewahrt zu haben. Es bleibt immerhin merkwürdig, daß die Wiener Polizei den Berichterstatter des „Constitutionellen Blattes" in Wien nicht gekannt haben sollte. Im übrigen scheint der Grund auch darin zu liegen, daß die Polizei nur gegen die Führer der Revolution, z. B. Messenhauser, die Publizisten der radikalen Partei, z.B. Blum, Becher, Jellinek, Kolisch u. a. sowie gegen Personen, die mit Waffen angetroffen wurden, einschritt. Wanderjahre Fortsetzung der Studien, Reisen. „Herzel und seine Freunde.66 „Falk.66 „Südslavische Wanderungen.66 „Christen und Türken.66 „Fürst Lazar66 „Gesänge der Serben66 Vom Jahre 1849 bis zum Jahre 1854 führte Kapper ein recht unstetes Leben. Zum Teil war er auf Reisen, zum Teil ging er seinem ärztlichen Beruf nach, in dem er sich noch durch weiteres Studium zu vervollkommnen suchte. Wir können den Faden seines Lebenslaufes in dieser Zeit nur schwer verfolgen. Vom 13. November 1849 besitzen wir eine vom Dekan der Wiener Universität Lerch und vom Protonotarius Köck gefertigte Bestätigung, wonach Kapper einen zweimonatlichen praktischen Kurs aus Geburtshilfe absolvierte, ohne sich jedoch einer Prüfung zu unterziehen. Nach dem Eintritt der politischen Stagnation (im Jahre 1850) nahm er den vor zwei Jahren aufgegebenen Plan einer Balkanreise wieder auf. Er fuhr mit dem Schiff von Wien über Bratislava und Budapest nach Semlin, bereiste Slavonien, die Vojvodina, Serbien, Bulgarien, die Moldau und die Walachei.112 Erst Ende November 1850 unterzog sich Kapper an der Wiener Universität der Prüfung aus Geburtshilfe.113 Den Winter 1850/51 dürfte er in Wien verbracht haben. Am 8. Februar 1851 bestätigte ihm Prof. Dumreicher, daß er sich an der chirurgischen Klinik in chirurgischen Operationen an Leichnamen geübt habe und am 23. Jänner d. J. erhielt er ein Zeugnis über das Rigorosum aus der Chirurgie mit dem Kalkül „sufficienter". Im Jahre 1851 wiederholte Kapper seine Reisen durch die südslavischen Länder114 und übersiedelte zu Ende dieses Jahres nach Prag. In den Jahren 1852 und 1853 bereiste er Deutschland und Italien, Im Frühjahr 1853 ließ er sich von Meißner an die Verlagsbuchhandlung Katz in Dessau schreiben, bei der er den „Falk" verlegte. Aus demselben Jahr besitzen wir noch folgende 352