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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 361

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 361)
Language
German
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IRI
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veränderlich wie das Recht, das ich als Mensch habe an Gottes freier Luft, an Gottes fessellosem Lichte! Nicht minder heilig jedoch ist mir die Freiheit, das Recht der Geltung, das Recht des Gedankens, das Recht der Selbstbestimmung und ich würde es nie dulden können, daß man mich an dem letzteren um des ersteren willen verkürze! Nicht aber etwa aus Geringschätzung der Nationalität - nein! sondern nur, weil sie ohne vollkommene, unverkümmerte Freiheit doch nur ein Trugbild ist!'6 Am 6. Oktober kam es in den Wiener Straßen zu neuen Stürmen. Kapper war nicht nur ihr Augenzeuge,109 sondern er nahm an dem Oktoberaufstand auch tätigen Anteil. Zuerst versah er den ärztlichen Dienst auf dem „Roten Turm", dann im Notspital im Wiener Augarten.110 In meinem wiederholt zitierten Aufsatz „Siegfried Kapper osmactyricätnikem" behandelte ich Kappers Aufsätze, die er im Revolutionsjahr in Frankls „Sonntagsblättern" und in der „Bohemia" veröffentlichte, ziemlich eingehend. Hier sei einiges über seine Berichte im „Constitutionellen Blatt aus Böhmen" nachgetragen. Diese von Gottlieb Haases Söhne herausgegebene und von Franz Klutschak redigierte Zeitung gehörte zu den meist gelesenen und angesehensten Journalen jener Zeit. Am 1. April 1848 (also unmittelbar nach Gewährung der Preßfreiheit) begründet, gelangte sie in kürzester Zeit zu großer Popularität. Kapper wurde gleich vom Anfang als Wiener Korrespondent herangezogen. Es gilt vor allem, seine Aufsätze, die ja nicht mit vollem Namen gezeichnet, sondern nur signiert sind, festzustellen. Er schrieb bis zum Oktober 1848 unter der Chiffre S, dann bis zur Auflösung des Kremsierer Reichstages unter -frd.-, schließlich als Berichterstatter vom ungarischen Kriegsschauplatz unter S-r.111 Kappers Berichte im „Constitutionellen Blatt" erstrecken sich von Anfang April 1848 bis Ende Juli 1849. Sie sind nicht fortlaufend. Es treten darin Pausen ein und im Sommer 1848 hören sie fast ganz auf. Eine regere Berichterstattung setzt erst wieder im Oktober dieses Jahres ein und dauert bis zum Jahresschluß (18. Dezember). Sie bezieht sich auf die stürmischen Ereignisse der Oktoberrevolution und ihre Folgen sowie auf die Ereignisse in der Zeit nach der Revolution. Am 2. Jänner 1849 beginnen Kappers Berichte vom Kremsierer Reichsrat und dauern bis zu dessen Auflösung (7. März 1849). Ende April ist Kapper in Bratislava, von wo er das „Constitutionelle Blatt" bis Ende Juli 1849 mit Berichten vom ungarischen Kriegsschauplatz versieht. Seine Berichte sind von den heutigen Zeitungsaufsätzen und Notizen ganz verschieden. Sie sind ganz persönlich gehalten und machen eher den Eindruck von Privatbriefen als von Zeitungsartikeln. Häufig sind sie von Raisonnements unterbrochen, z. B. „Soeben hat Wien eine unbeschreiblich große Demonstration gemacht. Mir bebt noch das Herz vom 350

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