Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 358)
- Language
- German
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für Paragraph durchsehe, das Mangelhafte hervorhebe und der Regierung ein Gutachten vorlege. Durch kompagnieweise Wahlen wurde ein Komitee von Vertrauensmännern zusammengesetzt, denen die Kritik des Preßgesetzes oblag. Sowohl Juristen, wie auch Mediziner, Philosophen, Techniker und bildende Künstler saßen im Rate. Von Schriftstellern gehörten der Kommission an: Dr. S. Kapper, Dr. Heller, Dr. Hammerschmiedt und L. A. Frankl (dieser als Sekretär). Durch die Verhandlungen angewidert, blieb Kapper nach vierzehntägigem pflicht- Siegfr. Kapp er als Legionär. Bildnis von Ed. Kaiser. schuldigen täglichen Erscheinen aus.96 Auf das mißlungene Preßgesetz bezieht sich sein erbittertes Sonett „Den politischen Architekten66.97 Anfang April, als die Frage der Beschickung des Frankfurter Parlaments auftauchte, machte sich sowohl in Prag wie auch in Wien der nationale Gegensatz zwischen Tschechen und Deutschen bemerkbar. Kapper suchte in seinem Kreise vermittelnd einzugreifen und schrieb die Gedichte „Vereint und einig" und „Laßt gewähren!"98 In ihnen stellt er sich die neue Welt als einen Dom vor, in dem alle Völker nebeneinander glücklich leben und jeder von ihnen die Möglichkeit freier Entfaltung habe: „Stört nicht die Völker! Laßt sie ziehen in Frieden, wo sie magnetisch hinführt inn'res Müssen, daß sie in Liebe brüderlich sich küssen!" 347