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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 357

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 357)
Language
German
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IRI
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136 Gedichte gedruckt worden.98 Jubel bildete ihren Inhalt, Jubel über die abgeschaffte Zensur, Jubel über die verheißene Konstitution, über die Bewaffnung des Volkes und der Studenten, ihren Mut, ihre Hochherzigkeit, Jubel über die niedergeworfene Tyrannei und die errungene Freiheit .M In diese Jubeltöne mischten sich aber auch Klagen über den Tod derjenigen, die die Errungenschaften der Märztage mit ihrem Tode bezahlen mußten. Kapper konnte von dem Ausbruch der Dichtungswut, die die Wiener Dichter erfaßt hatte, nicht unberührt bleiben. Am Abend des 13. März, nach Metternichs Abdankung, verfaßte er das Gedicht „Voran". Zum Unterschied von seinen Freunden jubelte er nicht, sondern fordert diese zu weiteren Taten auf. Am Abend des 14. März schrieb er auf der Universitätswachstube den „Chorgesang der Wiener Studentenlegion". Am 15. März gab der Kaiser seinem Volke die Konstitution, am 16. März trat Sedlnitzky zurück. Diese Ereignisse entfesselten bei den Freiheitssängern einen neuen Sturm der Begeisterung, der wieder in ihren Liedern Ausdruck fand. Kapper schrieb vom 15. bis zum 20. März täglich ein Gedicht, das sich auf jene Ereignisse bezog: am 15. März „Auferstehung", am 16. März „Dem Kaiser" (Dank für die Konstitution), am 17. März „Dem jungen Österreich", am 18. März „Die Geisterschlacht" und am 19. März „Das Schmelzer Grab" (Gedicht auf die Märzgefallenen), am 20. März „Erlösung" und „Freiheitsfrühling".** „Der Chorgesang der Wiener Studentenlegion" wurde von Sitolff in Musik gesetzt und erlebte (bei L. Sommer) nicht weniger als sechs Auflagen. Kapper und Sitolff veranstalteten am 22. März im Theater an der Wien ein Feierkonzert, dessen Reinertrag der Errichtung eines Denkmals für die Märzgefallenen dienen sollte. Als letzte Nummer wurde von einer Anzahl Studenten, die mit der Fahne an der Spitze taktmäßig aufmarschierten, der „Chorgesang" gesungen. In den letzten Tagen des März entstanden die beiden Sonette „Die neue Geschichte" und „Videant consules". Der 1. April brachte das neue Preßgesetz. Die freisinnige Bevölkerung war damit nicht zufrieden. Kaum daß es am Morgen an den Straßenecken angeheftet worden war, war es auch schon wieder verschwunden. Auf dem Universitätsplatz wurde es von den unzufriedenen Studenten feierlich verbrannt. Prof. Hye, ein Mitschöpfer des Preßgesetzes, der sich in den ersten Revolutionstagen bei den Studenten großer Beliebtheit erfreute, versuchte den in der Aula versammelten Studenten das Preßgesetz zu erklären, wurde aber von diesen unterbrochen und mußte seine Erläuterungen abbrechen. Nach ihm sprachen Ign. Kuranda, der eben aus dem Exil zurückgekehrt war, Dr. Giskra, Schuselka und Dr. Fischhof. Alle lehnten das Gesetz entschieden ab. Das Preßgesetz wurde der Akademischen Legion übergeben, damit sie Paragraph 346

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