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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 356

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 356)
Language
German
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IRI
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II. Das Jahr 1848 Kappers Anteilnahme an den Märzereignissen. „Befreite Lieder". Parlamentsberichterstatter. Oktoberereignisse. Berichterstatter des „Constitutionellen Blattes aus Böhmen." Nach Ausbruch der Revolution am 13. März nahm Kapper an den Wiener Ereignissen tätigen Anteil. In einem Aufsatz der „Bohemia"88 erklärte er, er hätte sich geschämt, nicht unter den Kämpfern für Freiheit zu sein. Er befand sich am 13. März 1848 in der Menge von Studenten und Bürgern, die den Hof des Landhauses in der Herrengasse füllten, wo die österreichischen Stände über die an den Kaiser abzuschickende Adresse berieten. Dr. Fischhof hielt an die im Hof versammelte Menge eine Ansprache. Aus ihrer Mitte wurden zwölf Vertreter entsandt, die den Ständen ihre Wünsche verdolmetschen sollten. Zu der Delegation gehörten die Doktoren Marek, Goldmark, Brühl, Kapper, der Schneider Wicht und sechs andere.88* Kapper hielt an die im Sitzungssaal des Landhauses versammelten Stände als erster eine Ansprache.89 Nach ihm sprachen noch zwei Redner, doch mußte der zweite seine Ansprache unterbrechen, weil der Lärm vor dem Landhaus die Verhandlung im Saale unmöglich machte. Auf die vor dem Landhaus versammelte Volksmasse wurde eine Salve abgegeben. Kapper eilte die Treppe hinunter zum Tor in der Landhausgasse. Da ertönte eine zweite Salve. Vor dem Tor wälzten sich fünf Verwundete in ihrem Blut. Kapper brachte sie mit Hilfe seiner Genossen ins Landhaus und ließ ihnen die erste ärztliche Hilfe zuteil werden.90 Am Abend des 13. März konstituierte sich die Akademische Legion. Die in der Universität versammelten Studenten harrten der Erlaubnis, sich zu bewaffnen. Sobald diese kam, zogen sie zum Zeughaus um Waffen. Es bildeten sich Gruppen, die sich ihre Führer wählten, und zu ihnen gehörten auch Kapper und L. A. Frankl. Einige Gruppen zogen in die Vorstädte, wo der Pöbel bereits zu plündern begann.91 Kapper tat Dienst in der Aula der Universität. Dorthin brachte ein Student zu später Nachtstunde das erste ohne Zensur erschienene Gedicht. Es war Castellis „Lied für die Nationalgarde".92 Am 13. März hatte Metternich abgedankt, am 14. wurde die Preßfreiheit erteilt. Diese Ereignisse zeitigten eine Flut von Gedichten. Am 15. März (die Nacht vorher und nachher mit eingerechnet) erschienen nicht weniger als 45 gedruckte Gedichte, darunter Frankls berühmtes Gedicht „Die Universität"; der nächste Tag brachte 19, der 17. März wieder 45 Gedichte. Vom 1. März bis zum 1. April waren insgesamt 345

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