Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 343

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 343)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2644300-2644315--2747-2647093
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Mädchen, von zwölf und elf Jahren, und eines Knaben Josef von neun Jahren.44 Kapper trug sich damals mit der Absicht, sich dem Lehrberuf in Rußland zu widmen.45 Damit hängt sein Studium des Russischen und der Pädagogik zusammen.46 Er erlangte die Lehrbefähigungsprüfung für vier Normalschulklassen,47 übte aber den öffentlichen Lehrberuf niemals aus. ★ Von seiner geplanten Reise nach Rußland kam Kapper ab und ging im Herbst 1841 zum zweiten Male nach Wien, um sich dort dem Studium der Medizin zu widmen. Was ihn bewog, in Wien anstatt in Prag Medizin zu studieren, ist schwer zu sagen. Weder in unseren Dokumenten noch in Kappers Schriften findet sich ein Anhaltspunkt für eine Erklärung . Vielleicht waren das Beispiel Moritz Hartmanns und die Aussicht auf eine Förderung durch L. A. Frankl maßgebend, vielleicht lockte ihn Wien als das geistige Zentrum der Monarchie. Wie dem auch sei, Anfang September 1841 weilte er bereits in der Kaiserstadt. In der Universitätsmatrikel 1841/42 figuriert unter Zahl 70.814 der Name „Kapper Salomon aus Smichov in Böhmen, med. I. anni." Kapper kam diesmal mit Empfehlungsschreiben versehen nach Wien und fand daher nicht nur leichtere Erwerbsmöglichkeit, sondern auch Zutritt zu Wiener Schriftstellern von Rang und Ansehen. „Ich habe bereits mit sämtlichen Redakteuren der Wiener Taschenbücher gesprochen und bin in den Stand gesetzt, die versprochene Revue zu schreiben. Fräulein Paoli und Herr Wertheimer, bei denen ich gestern zu Tische war, und Lewitschnigg, Dr. Schmidt lassen Sie herzlichst grüßen," schreibt Kapper am 6. September 1841 an Glaser. Kapper warf sich mit großem Eifer und Fleiß auf sein Berufsstudium und vernachlässigte lieber die literarischen Arbeiten.48 Der Erfolg blieb nicht aus. Er legte in der vorgeschriebenen Zeit seine Prüfungen, vielfach mit Auszeichnung, ab (siehe Tabelle S. 401). Kapper wohnte im ersten Studienjahr am Wildpretmarkt, im Hause zum Blauen Igel, und brachte sich mittelmäßig durch. „Ich lebe lila! das heißt nicht rosenrot und nicht grau!" schreibt er unmittelbar vor seinen Prüfungen an Glaser.49 Gleich nach seinem Eintreffen in Wien wurde er durch Frankl und Hartmann in den Kreis der Wiener jungen Poeten eingeführt. Er verkehrte in Neuners Kaffeehaus, dem Sammelpunkte junger Literaten in Wien. Schon damals trat Kapper in nähere Beziehungen zu dem Wiener Hofopernkapellmeister und Komponisten der „Lustigen Weiber von Windsor", Otto Nikolai. Er lieferte ihm den Text für die Oper „Die Heimkehr des Verbannten". In einem Artikel „Otto Nikolai"50 klagt 332

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.