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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 337

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 337)
Language
German
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heit bot.9 Eine andere Quelle, aus der der Knabe seine geistige Nahrung schöpfte, waren die Geschichten, die ihm ein jüdischer Bettelmusikant, ein häufiger Gast des Hauses, erzählte sowie die tschechischen Volksmärchen und Volkslieder, die er zu Hause kennen lernte. Mit sechs Jahren kannte er bereits alle gangbaren und darunter die schönsten tschechischen Volkslieder auswendig.10 Auf die Dauer konnte der Vater den Unterricht seines Kindes nicht selbst leiten, da er für den Lebensunterhalt einer zahlreichen Familie zu sorgen hatte. So kam der Knabe im Jahre 1827 in die öffentliche Schule. Die Berichte über Kappers Volksschulbesuch sind äußerst widersprechend. In der Selbstbiographie I.11 spricht er von einer Reihe „mehr oder minder unbefähigter Lehrer", die ihm kein Wissen zu vermitteln vermochten. In der Selbstbiographie II.12 schreibt Kapper: „Erste Erziehung vom Vater. 1827 deutsche Schulen am Smichov. 1828 und 29 in einer Privaterziehungsanstalt." Bei Ign. Hub13 und Brammer14 heißt es, Kapper habe den ersten Unterricht in der Smichover tschechischen Schule genossen . Nun wissen wir,15 daß in Smichov seit 1785 nur eine einklassige tschechische Trivialschule bestand, die im Jahre 1795 in eine zweiklassige erweitert wurde, und daß die Smichover deutsche Schule erst im Jahre 1872 begründet wurde. Somit hat Kapper im Jahre 1827 die zweiklassige tschechische Trivialschule besucht, die aber in Wirklichkeit utraquistisch gewesen sein dürfte.16 Über ihre Qualität fällte Kapper in reiferen Jahren, im Roman „Herzel und seine Freunde", ein recht abfälliges Urteil. Wie es sich mit jener „Privaterziehungsanstalt" verhält, von der Kapper in seiner Selbstbiographie II. spricht, ist schwer zu sagen; wir wissen aber, daß er auch die jüdische Schule im Hofe der Klaussynagoge besuchte,17 wo er sich im Deutschen vervollkommnete und sich hebräisches Wissen aneignete. Es ist anzunehmen, daß diese jüdische Schule mit der „Privaterziehungsanstalt" gemeint ist. Seine freie Zeit verbrachte der lebhafte Knabe am liebsten im Freien, in Gesellschaft lustiger Schulkameraden aus Smichov. Sie erkletterten Bäume, hoben Vogelnester aus oder tollten am Smichover Kinderspielplatz herum. Mit seinen Kameraden aus der jüdischen Schule pflegte er am alten jüdischen Friedhof „Leichenbegängnis" zu spielen. Dabei legten die Kinder nach jüdischer Art Steinchen auf die Grabsteine.18 Im Herbst 1830 kam Kapper an das Kleinseitner Gymnasium, an dem er bis 1836 studierte. Er war in den vier unteren Klassen ein recht schwacher Schüler. Erst in den „Humanioribus" (V. und VI.) wies er einen besseren Fortgang auf. Namentlich in den stilistischen Übungen tat er sich hervor. Der „Liber calculorum gymnasii Caesareo-Regii Pragae Minoris" unterrichtet uns genau über seine Noten (siehe Tabelle S. 399). Träumend durch Felder und über Berge zu wandern, sich im Freien in 826

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