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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1934-01-01 · 6 (1934) · page 275

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
6 (1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 275)
Language
German
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Zur allgemeinen Charakteristik. Die von Dr. Klinger ausgearbeiteten78 und den Zünften vorgelegten Fragen sind durchwegs Suggestivfragen, die die Antwort eigentlich vorwegnehmen, so daß diese nur eine erweiterte Ausführung jener ist, Doch kann man es als sicher annehmen, daß Fragen wie Antworten der Ausdruck der in den betreffenden Kreisen unwidersprochen herrschenden Ansichten sind! Es liegt ferner keine Richtigstellung oder auch nur der Versuch einer solchen durch die, man muß wohl sagen, „Angeklagten" vor, da ja überhaupt nur die eine Interessentengruppe befragt wird. So lauten z. B. die ersten Fragen an die Hutmacher: 1. Ob nicht der Hasenbalghandel seit mehreren Jahren ein ausschließliches Monopol der Juden geworden sey? und wer sind die vorzüglichen Handeljuden in diesem Artikel? 2. Ob nicht die sammentlichen Hutmachermeister an dieses jüdische Monopol gebunden sind und aus was Ursache? Damit vergleiche man die Fragen an die Loh- und Weißgerber: lmo. Ob nicht die Juden den rohen Fell Handl gänzlich in ihren Händen haben und sich desselben zu einem ausschlüssenden Monopol bedienen. 2do. Ob nicht die Christliche Weisgärbermeister an das Jüdische Monopol in rücksicht des rohen Fellwerks-Handels so gebunden sind, daß sie demselben nicht ausweichen können? — und auf was Art geschiehet dieses? Die an die Tuchmacher sind ganz gleichartig gehalten: lmo. Ob nicht der Rohe Woll Handl sich gänzlich in den Händen der Juden befindet? 2do. Ob der Wollenhandel heutigen Tags nicht ein solches Monopolium der Juden geworden ist, daß die Christlichen Fabrikanten hievon gänzlich ausgeschlossen werden, und durch was für Kunstgriefe geschiehet dieses? 3tK>. Ob die Juden nicht sogar schon Wolle Kontrahiren, durch Vorschuß einkaufen, auf das Eiserste abdrücken; da die Lämmer noch nicht gebohren sind, und in was bestehet der Druck des Landwürths? Im gleichen Tone sind alle folgenden (sieben oder acht) Fragen gehalten. Die Antworten lauten im wesentlichen: 1. Die Juden haben den Handel mit den für die Erzeuger nötigen Rohstoffen monopolisiert und bedrücken dadurch den Urerzeuger und den Gewerbetreibenden. Bei den Hutmachern handelt es sich um die Hasenfelle und die Wolle junger Lämmer. Die Juden kaufen von den Jägern die Hasen durch die überall verbreiteten Trafikanten und verkaufen sie unter der Bedingung, 264

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