Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 274)
- Language
- German
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sich nach und nach Juden und andere Personen ein, die sich des Lumpenhandels anmaßten und höhere Preise boten, so daß jetzt der Zentner auf 5, 6, 7 fl. zu stehen kommt. Daher steigt auch der Papierpreis. Daß diese ganze Entwicklung Folge des erhöhten Bedarfes ist, sieht H. nicht. Schuld ist trotz der „anderen Personen" der Jude. Die jüdischen Papierhändler haben die Papiermacher durch höhere Preise an sich gelockt, sie dann aber durch Verweigerung dieses Preises genötigt, schlechtere Ware zu erzeugen (dünneres, nur einmal geleimtes Papier!), so daß jetzt nur bei einigen wenigen Papiermachern (Trautenau, Hohenelbe und Laubenwasser) „die mit den Juden kein Negoz führen wollen, gute aber wenige Ware zu erhalten ist". Durch die Zulassung der Juden zum Papierhandel sind also Aerar und Publikum geschädigt. Gute und wohlfeilere Papiersorten sind nicht eher zu hoffen, als bis den Juden der Handel damit eingestellet und nur blos christlichen bürgerlichen Negozianten überlassen bleiben wird, als von welchen es notorisch ist, daß sie niemals und in keinem Fache solche Defraudazionswege zu betreten gewohnt sind, wie sich der Jude insgemein in jeder Angelegenheit zu erlauben pfleget. Auch hier wird man die Richtigkeit des Tatsächlichen zugeben, doch bemerken müssen, daß die Teuerung doch allgemeine Ursachen —erhöhten Bedarf bei gleichbleibender Erzeugungsart — hat und daß die Verschlechterung der Ware darin begründet ist, daß ein großer Teil des Verbrauches sich mit billigeren, wenn auch weniger haltbaren Papiersorten benügt. y. Die Enqueten in drei Kommerzialgewerben Noch eindrucksvoller, noch beweiskräftiger als diese Beschwerden müssen diejenigen erscheinen, die in Form von Untersuchungsprotokollen niedergelegt sind. An solchen liegen folgende vor: 1. Hutmachermeister von Tabor; 12. Jänner 1791. — Hutmachermeister von Humpoletz; 13. Dezember 1790. — Bedrückungen der Prager Loh- und Weißgerbermeister; 21. Juli 1791. — Tabor: Bedrückungen der Loh- und Weißgerber, wodurch... „der Gütte, an Preisen und allgemeinen Credit... den auswärtigen aus der Konkurrenz oder Gleichheit fallen müssen"; 31.Dezember 1790. — Der Bericht der Neuhauser Weißgerber, der uns die Antworten auf die Fragepunkte gibt; 18. Dezember 1790.— Das Protokoll, welches mit den Humpoletzer Tuchmachern aufgenommen wurde (13. Dezember 1790), desgleichen eines von Tabor — der Schluß mit dem Datum verbrannt. 263