Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 6 (1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 273)
- Language
- German
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gang und gebig macht", Unterstützung versprach, seien sie nach Böhmen gekommen und hätten die Erzeugung begonnen. Vor zwei Jahren habe ein Mensch, der das Gewerbe nur oberflächlich kannte, kein Kapital besaß und infolgedessen das Geschäft aufgeben mußte, aus Rachsucht die Juden die Kunst der Erzeugung gelehrt und diese verkauften nun das Produkt auf dem Lande unter dem Namen der unterzeichneten Fabrikanten, in Prag als auswärtigen Rosoli, oder von einem Fabrikanten, der nie gewesen. Die Juden haben, das ist die Klage aller Bürger, die guten Posten (Durchhäuser, Ecken) besetzt, so daß der Fremde nichts bei Christen kaufen kann. Wie das möglich ist, da doch die Juden in der Christenstadt keine Gewölbe für den Kleinhandel haben durften, wird allerdings nicht gesagt. Es ist unerhört, daß den Juden zugestanden wird, „vor die Christen getränke zu verfertigen", da sie in Prag durch Vergiftung der Brunnen, viele Tausend ums Leben gebracht, durch vergiftete Medizin viele Hunderte „tot curiren lassen, unsere Kirchen abgebrant, die Geistlichen Ermort" und dergleichen Frefelhaftigkeiten mehr. Sie schädigen das Ärar, indem sie statt wertvoller, hochversteuerter Bestandteile minderwertige nehmen (statt Zucker Syrup oder Honig, statt feiner Spezerei schlechte usw.) „Sie besitzen keine kenntniß von ein ginisches (chemisches?) treibwerk noch von Distilirn oder Essenzen zu machen/4 Die Juden kennen nicht die Blüten, Kräuter, Spezereien usw. Ihr Erzeugnisse sind minderwertig, gesundheitsschädlich. Das Gubernium und die Hofstelle haben es abgelehnt, die beiderseitigen Erzeugnisse zu untersuchen; ebenso ist die Bitte, das Gewerbe zu einem Mittel (Zunft) zu machen unerledigt geblieben. Die Juden haben Privilegien erhalten, dürfen sogar den kaiserlichen Adler führen. So werfen sich denn „die Unterzeichneten dem Kaiser zu Füßen und bitten unterthänigst um Schutz". ß. Papierhändler Höchenberger Ein ähnliches Schriftstück, unterzeichnet vom Verfasser Franz August Höchenberger, dem „eltesten Buchdrucker, Buch- und Papierhandler in Böhmen" betrifft „die Bedrückung der Papiererzeugung und Handelsdesselben durch die Juden". 1. Das Papier ist schlechter und ist teurer geworden. Der Grund für beides liegt darin, daß sich die Juden mit seinem Verschleiße beschäftigen. Denn Verteuerung und Verschlechterung sind eingetreten, seitdem dies der Fall ist. 2. Früher war jedem Lumpensammler ein bestimmter Distrikt zugewiesen; der Sammler verkaufte den Zentner um 1 fl. 30 kr. — Nun schlichen 262